In Wasserstoff investieren Möglichkeiten und Aussichten der E-Mobilität

Ein Autofahrer sitzt am Steuer und fährt auf der Straße
© anyaberkut via Getty Images

Nachhaltige Rohstoffe spielen auch bei der Mobilität eine immer größere Rolle. Dabei kann umweltfreundlich hergestellter Wasserstoff eine Schlüsselrolle bei der Energiewende einnehmen – vor allem im Verkehrssektor. An eine mögliche Verkehrswende glaubt auch die Bundesregierung, die große Summen in die Technologie steckt. Und auch viele Anleger sind davon überzeugt. Doch wie können Anleger eigentlich in Wasserstoff investieren? Und wie steht es um die langfristigen Aussichten?

Wasserstoff für das Auto – ein Modell mit Zukunft?

Mithilfe von Brennstoffzellen kann Wasserstoff Elektromotoren antreiben, Energie speichern und sogar Häuser und Wohnungen beheizen. Weil er dabei nahezu emissionsfrei verbrennt, gilt das chemische Element vielen Experten zufolge als bedeutender Energieträger einer klimaneutralen Zukunft. Denn Wasserstoff punktet außerdem mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Neben der Stahlindustrie könnte vor allem die Automobilwirtschaft profitieren.

Fahrzeuge, die mit einer Brennstoffzelle ausgestattet sind und eine Alternative zu Elektroautos darstellen, sind auf dem Massenmarkt noch nicht angekommen. Doch künftig sollen Autos mit Wasserstoff-Motoren keine Ausnahme mehr sein. Automobilhersteller setzen in der Entwicklung auf innovative Fahrzeuge mit Wasserstoff-Antrieb, die nicht nur emissionsfrei fahren, sondern auch lange Strecken zurücklegen können. Insbesondere für große Fahrzeuge kann das Thema in Zukunft eine Schlüsselrolle einnehmen, da Akkus den großen Energiebedarf nur unzureichend decken.

Aktueller Stand der Wasserstoffmobilität

In der Theorie ist Wasserstoff als Treibstoff für emissionsfreie Brennstoffzellen im Straßenverkehr bereits nutzbar. Doch die vielerorts fehlende Infrastruktur steht dem Durchbruch noch im Weg. So ist beispielsweise kein großangelegtes Netz an Tankstellen für entsprechende Wasserstoff-Autos vorhanden. Hinzu kommt, dass es sich bei den Fahrzeugen um äußerst kostspielige Modelle handelt. Auch rechtliche Fragen, die den Transport und die Speicherung von Wasserstoff behandeln, sind noch weitestgehend ungeklärt. Die Technologie befindet sich daher noch immer in der Entwicklung. Anleger sollten sich daher auch über das bestehende Risiko im Klaren sein.

Neben dem technologischen Fortschritt hängt vieles von den politischen Rahmenbedingungen und Gesetzgebungen ab. Fest steht: Deutschland soll bei der Nutzung klimafreundlicher Wasserstoff-Energie weltweit eine Vorreiterrolle einnehmen. Dazu verabschiedete das Bundeskabinett 2020 eine Strategie, die Milliardenzuschüsse, rechtliche Erleichterungen und konkrete Produktionsziele vorsieht. Doch auch die gesellschaftliche Akzeptanz spielt eine Rolle, wenn es um die künftige Entwicklung der Technologie für die Automobilbranche geht. Insgesamt steckt das Konzept noch immer in den Kinderschuhen. Diesen Umstand sollten sich auch Anleger bei der Risikobeurteilung bewusst machen.

Gut zu wissen: Nur grüner Wasserstoff führt auch tatsächlich zu einem nachhaltigeren Verkehr. Dabei handelt es sich um Wasserstoff, der ausschließlich aus erneuerbaren Energien wie Wind- oder Sonnenenergie gewonnen wird. Im Gegensatz zu grauem Wasserstoff kommt grüner Wasserstoff also völlig ohne direkte Emissionen von Kohlenstoffdioxid oder anderen Treibhausgasen aus.

Wasserstoff an der Börse – wie sind die Aussichten?

Aktuell gibt es nur wenige Unternehmen an der Börse, die mit der Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff beschäftigt sind. Ihre Aktien zählen jedoch zu beliebten Investments unter erfahrenen Anlegern. Das liegt unter anderem an den Zielen der Europäischen Kommission sowie der Bundesregierung, die sich von klimaschädlichen Energiequellen verabschieden wollen. Ohne die Förderung von Wasserstoff wird das vermutlich nicht möglich sein. Einige Experten sehen in Wasserstoff und Brennstoffzellen daher sogar einen neuen Megatrend. Es wird erwartet, dass Wasserstoff ein breites Spektrum an verschiedenen Lebensbereichen beeinflussen kann. Allerdings ist auch dieser Megatrend mit Vorsicht zu genießen. Da die Technologie noch nicht vollständig ausgereift ist, droht Investoren und Anlegern immer noch ein großes Risiko bei der Investition in Wasserstoff.

Die Euphorie an der Börse ist eng verknüpft mit den Bestrebungen von Politik und Wirtschaft. Nimmt der Trend weiter an Fahrt auf und behalten die Regierungen ihre Bemühungen bei, könnten Wasserstoff-Aktien auch langfristig profitieren. Zu den Gewinnern der Branche könnten dann unter anderem Unternehmen, die grünen Wasserstoff ohne die Erzeugung von klimaschädlichen Emissionen herstellen sowie Lieferanten und andere beteiligte Branchen gehören. Ebenso sind diese Gruppen auch den möglichen Verlusten, die Wasserstoffaktien erleiden können, ausgesetzt.

Wie bei vielen Megatrends üblich, sind starke Kursschwankungen allerdings auch bei Wasserstoff-Aktien nicht ausgeschlossen. Denn mehr noch als in vielen anderen Bereichen, handelt es sich bei Wasserstoff-Aktien um eine Wette auf die Zukunft. Da die Herstellung für Unternehmen zudem äußerst kostspielig ist, bleibt abzuwarten, inwiefern Wasserstoff auch tatsächlich profitabel ist. Anlegern sollte deshalb das Risiko von möglichen Verlusten bis hin zu Totalverlusten stets bewusst sein.

In welche Wasserstoff-Aktien können Anleger investieren?

Wer an der Börse Wasserstoff-Aktien kaufen möchte, hat aktuell noch wenig Optionen. Zwar sind nachhaltige Geldanlagen beliebt, reine Wasserstoff-Aktien aber noch eine Ausnahme. Allerdings existieren bis dato keine reinen Wasserstoff-ETFs und auch bei ETFs können zudem hohe Verluste drohen.

Anleger können allerdings in ETFs investieren, die neben Wasserstoff auch auf andere Bereiche der erneuerbaren Energien setzen. Aktien von Wasserstoff-Unternehmen sind dabei zu einem unterschiedlich großen Anteil vertreten.

Gut zu wissen: Gewinnt Wasserstoff künftig weiterhin an Bedeutung, ist es wahrscheinlich, dass eines Tages auch reine Wasserstoff-ETFs auf den Markt kommen. Ob sich der Energieträger allerdings tatsächlich durchsetzt oder eine andere Technologie die Nase vorn haben wird, ist offen.

UnternehmenTätigkeitsschwerpunktFirmensitzKosten einer Aktie in Euro
Air Liquide S.A.Produktion von Gasen für IndustrieFrankreichAktueller Kurs
Ballard Power Inc.Herstellung von BrennstoffzellenKanadaAktueller Kurs
Fuel Cell Energy Inc.Herstellung von BrennstoffzellenUSAAktueller Kurs
Hexagon Composites ASAEntwicklung von Speicher- und TransportsystemenNorwegenAktueller Kurs
ITM power plcEntwicklung von Wasserstoff-EnergielösungenGroßbritannienAktueller Kurs
Linde plcProduktion von Gasen für die IndustrieIrlandAktueller Kurs
NEL ASAEntwicklung von Wasserstoff-EnergielösungenNorwegenAktueller Kurs
Plug Power Inc.Herstellung von BrennstoffzellenUSAAktueller Kurs
PowerCell Sweden ABHerstellung von BrennstoffzellenSchwedenAktueller Kurs
An den Börsen sind bereits einige Wasserstoff-Unternehmen notiert.
Quelle: YouTube Kanal der Börse Stuttgart

Hier finden Sie ein Video zum Thema: Wasserstoff-Aktien – Das steckt hinter dem Hype | Ballard Power | Nel Asa | Börse Stuttgart

Exkurs: Wie wird grüner Wasserstoff hergestellt?

Rund 75 % der Masse des Universums besteht aus Wasserstoff. Zudem ist es das leichteste aller chemischen Elemente. Doch Wasserstoff tritt in der Regel gebunden und als Bestandteil größerer organischer Verbindungen auf. Um ihn als Energieträger nutzbar zu machen, muss er zunächst durch energieintensive Verfahren gelöst werden. Ein Großteil des heutzutage hergestellten Wasserstoffs wird im Reformierungsverfahren hergestellt. Der Nachteil: Es entsteht CO2.

Anders bei der sogenannten Wasser-Elektrolyse: Bei dem Verfahren wird Wasser in die Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Dafür wird Strom verwendet, der ausschließlich aus erneuerbaren Energien stammt. Die elektrische Energie wird dann in chemische Energie umgewandelt und im Wasserstoff gespeichert. Grüner Wasserstoff wird also durch Wasserspaltung gewonnen, wobei ausschließlich Strom aus klimaneutralen Energiequellen zum Einsatz kommt.

Fazit zu E-Mobilität der Zukunft und Wasserstoff-Aktien

Die Energiegewinnung aus Wasserstoff steckt noch in den Kinderschuhen. Perspektivisch wird dem vielseitig einsetzbaren Energieträger aber eine große Bedeutung beigemessen. Allein die hohen finanziellen Mittel lassen auf enormes Wachstumspotenzial schließen. Entwickelt sich darüber hinaus die Mobilität mit Wasserstoff-Autos in einigen Jahren weiter, könnten Wasserstoff-Aktien unter Umständen Gewinne einfahren. Sollten dagegen andere Technologien das Rennen machen, sind Verluste möglich. Das Risiko lässt sich teilweise mit Fonds oder ETFs streuen – noch sind die aber nicht oder kaum verfügbar und selbst dann sind Anleger nicht vor Verlusten geschützt.

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