Geldanlagen bergen Risiken
In Kunst investieren – 2 Menschen betrachten Kunst in einer Galerie.
In Kunst investieren – 2 Menschen betrachten Kunst in einer Galerie.
© AnnaStills via Adobe Stock

In Kunst investieren: Kunst als Geldanlage

  • Als Beimischung kann Kunst ein Portfolio diversifizieren und Renditechancen erhöhen.
  • Dem Wertsteigerungspotenzial stehen Illiquidität, Volatilität und hohe Kosten gegenüber.
  • Bevor du in Kunst investierst, solltest du dir ein ausgewogenes Portfolio aufbauen.

Definition: Wann wird Kunst zur Geldanlage?

Kunst wird zur Geldanlage, wenn sie nicht nur aus Leidenschaft oder zu dekorativen Zwecken gekauft wird, sondern mit dem Ziel, langfristig eine Wertsteigerung zu erzielen und ein Portfolio zu diversifizieren.

Als alternative Geldanlage kann Kunst durchaus Renditen erzielen. Gleichzeitig erfordert sie jedoch Marktkenntnis, Zeit und Erfahrung. Zudem ist der Kunstmarkt wenig transparent und mit Risiken verbunden. Daher eignet sich Kunst in der Regel nur als Beimischung und nicht als Ersatz für klassische Geldanlagen wie Aktien, Anleihen oder Fonds.

Immer mehr Anlegende setzen auf „Garagengold“: Ob sich Oldtimer als fahrende Geldanlage lohnen, kannst du ebenfalls hier im comdirect Magazin nachlesen.

Warum investieren Menschen in Kunst?

Jenseits der Liebe zur Kunst oder einer Sammelleidenschaft gibt es mehrere Gründe, warum Menschen in Kunst investieren:

  • Diversifikation & Wertstabilität: Kunst entwickelt sich häufig unabhängig von klassischen Anlageklassen wie Aktien und dient vor allem in Krisenzeiten als wertstabiler Sachwert, der ein Portfolio ergänzen kann.
  • Wertsteigerungspotenzial: Besonders die Werke etablierter Künstler können langfristig im Wert steigen und bieten somit die Chance auf attraktive Renditen.
  • Steuerliche Vorteile: Gewinne aus dem Verkauf von Kunst sind in Deutschland nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei.
  • Prestige & Zugang: Kunstbesitz kann das gesellschaftliche Ansehen des Besitzenden steigern und Zugang zu exklusiven Netzwerken bieten.
  • Emotionale „Rendite“: Kunst kann nicht nur im Wert steigen, sondern bereitet auch Freude beim Betrachten der Werke.

Wie entwickelt sich der Wert von Kunst?

Die Wertentwicklung von Kunst folgt abseits der klassischen Finanzmärkte ihren eigenen Regeln. Grundsätzlich gilt: Kunst kann im Wert steigen, unterliegt aber auch teilweise starken Schwankungen und ist schwer vorhersehbar. Als alleinige Geldanlage oder private Altersvorsorge ist sie daher in der Regel weniger geeignet. Die wichtigsten Treiber für den Wert von Kunst als Investment sind:

  • Künstlerischer Werdegang: Ausstellungen, Preise oder auch die Präsenz in Museen steigern die Nachfrage und damit häufig den Wert von Kunst.
  • Marktpreise: Ergebnisse aus Auktionen und Verkäufen dienen als wichtige Orientierung für die Preisentwicklung.
  • Angebot und Nachfrage: Seltene Werke oder streng limitierte Editionen sind häufig gefragter und können im Wert steigen.
  • Künstlerstatus: Die Werke etablierter oder besonders renommierter Künstlerinnen und Künstler zeichnen sich durch eine hohe Wertstabilität und häufig steigende Preise aus. Analog zu Aktien spricht man deshalb auch im Kunstbereich von „Blue Chips“.

Im Gegensatz dazu lässt sich Kunst von jungen und aufstrebenden Kunstschaffenden mit Start-ups vergleichen: Sie versprechen hohe Renditen, bergen aber auch ein deutlich höheres Verlustrisiko.

  • Trends: Der Kunstmarkt ist stark von Trends geprägt. Was heute gefragt ist, kann morgen an Bedeutung verlieren – das beeinflusst die Preise oft kurzfristig.

Welche Möglichkeiten gibt es, in Kunst zu investieren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in Kunst zu investieren. Hier haben wir die wichtigsten Wege zu einem Investment in Kunst für dich zusammengefasst.

Direktkauf von Kunstwerken

Der klassische Weg, in Kunst zu investieren, ist der Kauf von Gemälden, Skulpturen oder Fotografien über Galerien, Kunstmessen oder Auktionshäuser. Anlegende erwerben dabei ein physisches Kunstwerk.

Wichtig für die Auswahl der passenden Kunst sind Faktoren wie der künstlerische Werdegang, die Provenienz, die Echtheit und der Zustand des Werks. Beachte beim Kauf von Kunst in einer Galerie, dass Galeristen in der Regel 50 % des Preises erhalten. Auch anfallende Transaktionskosten wie z. B. Aufgelder bei Auktionen solltest du berücksichtigen.

Alternativ hast du die Möglichkeit, ein Werk direkt vom Künstler oder von der Künstlerin zu kaufen.

Seit 2025 gilt auf Kunstkäufe in Deutschland der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 %.

Junge und aufstrebende Kunst

Wer in Werke junger Künstlerinnen und Künstler investiert, setzt auf zukünftige Wertsteigerungen. Solche Arbeiten sind häufig über Werkschauen an Kunstakademien, kleinere Galerien oder Online-Plattformen erhältlich.

Bei junger und aufstrebender Kunst besteht einerseits die Chance auf hohe Renditen. Andererseits ist auch das Risiko deutlich höher, da sich viele Kunstschaffende nicht dauerhaft am Markt durchsetzen. Auch Street Art oder Urban Art gilt aktuell als Trendsegment, ist jedoch stark von Nachfrage und Mode abhängig.

Editionen und Kunstgrafiken

Editionen sind limitierte Auflagen von Kunstwerken – etwa Druckgrafiken oder Fotografien. Sie sind meist günstiger als Unikate und dadurch besonders für Einsteigende zugänglich. Durch feste Auflagen und dokumentierte Verkäufe sind zudem die Preise oft besser vergleichbar, was die Transparenz erhöht.

Kunstfonds

Kunstfonds bündeln das Kapital mehrerer Anlegerinnen und Anleger und investieren in Kunst, um eine Rendite zu erzielen. Du beteiligst dich also nicht an einem einzelnen Werk, sondern legst dir ein Portfolio aus verschiedenen Werken ins Depot.

Kunstfonds richten sich in der Regel an vermögende Anlegende mit Fachwissen über den Kunstmarkt. Häufig gelten Mindestbeträge und lange Laufzeiten. Fonds, die in Kunst investieren, sind zudem meist illiquide. Das heißt: Die Fondsanteile lassen sich nicht so einfach und schnell verkaufen wie z. B. Anteile an ETFs, die börsentäglich handelbar sind.

Fractional Art Ownership

Fractional Art Ownership ist eine Form des Bruchteilseigentums. Plattformen kaufen teure Kunstwerke und teilen diese in kleinere, erschwingliche Anteile auf, die Anlegende erwerben können – zumeist in Form von digitalen Token auf einer Blockchain. Die Plattform kümmert sich um Transport, Lagerung und Versicherung der Kunst. Wird ein Werk nach mehreren Jahren gewinnbringend wiederverkauft, profitieren Anlegende von der Wertsteigerung.

Mit Fractional Art Ownership kannst du Miteigentümerin oder Miteigentümer an einem Kunstwerk werden, ohne den vollen Kaufpreis zahlen zu müssen. Dies ermöglicht auch Kleinanlegenden den Zugang zu Kunst als Investment. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass ein Kunstwerk gewinnbringend verkauft werden kann. Experten warnen zudem vor eingeschränkter Liquidität – das heißt, die digitalen Anteile an einem Kunstwerk sind mitunter nur schwer wiederverkäuflich.

NFTs – digitale Kunst

NFTs sind digitale Kunstwerke, die wie Kryptowährungen auf der Blockchain-Technologie basieren. Sie bilden die Echtheit eines physischen oder virtuellen Gegenstandes auf einer Blockchain ab und machen ein digitales Objekt so zum Unikat.

Der Handel mit NFTs ist hochspekulativ: Die Preise für solche digitalen Kunstwerke können stark schwanken, und der Markt ist wenig reguliert. Deshalb eignen sich NFTs vor allem für erfahrene und spekulativ ausgerichtete Anlegende.

Welche Chancen und Risiken hat ein Kunstinvestment?

Wer in Kunst investieren möchte, sollte sich zunächst mit den Chancen und Risiken beschäftigen, die Kunst als Geldanlage mit sich bringt.

Pro In Kunst investieren

  • Geringe Korrelation zu Aktien:
    Kunst entwickelt sich oft unabhängig von den Aktienmärkten und kann deshalb eine Möglichkeit sein, um ein Portfolio zu diversifizieren.
  • Wertsteigerungspotenzial:
    Gerade Blue-Chip-Kunst von etablierten Künstlern bietet die Chance auf eine langfristige Rendite.
  • Wertstabilität:
    Werke etablierter Künstlerinnen und Künstler sind häufig wertstabil und dienen so gerade in Krisenzeiten als „sicherer Hafen“ oder als Inflationsschutz.
  • Steuerliche Vorteile:
    Gewinne aus der Veräußerung von Kunst sind im ersten Jahr nach dem Kauf bis 600 Euro oder nach Ablauf der „Spekulationsfrist“ von einem Jahr steuerfrei.
  • Emotionale „Rendite“:
    Kunst kann Freude bereiten und bietet somit einen ideellen Mehrwert.

Contra In Kunst investieren

  • Illiquidität:
    Kunst lässt sich oft nur schwer und selten kurzfristig verkaufen.
  • Volatilität:
    Die Preise am Kunstmarkt sind stark von Trends und Marktstimmungen abhängig und unterliegen daher teils großen Schwankungen, die schwer vorhersehbar sind.
  • Keine laufenden Erträge:
    Anders als Aktien oder andere Wertpapiere wirft Kunst weder Zinsen noch Dividenden ab.
  • Fälschungsrisiko:
    Echtheit und Provenienz eines Kunstwerks sind nicht immer eindeutig, sodass das Risiko besteht, eine wertlose Fälschung zu erwerben.
  • Hohe Nebenkosten:
    Durch Kauf, Transport, Lagerung und Versicherung von Kunst können hohe Kosten anfallen.
  • Physische Risiken:
    Kunstwerke bergen das Risiko von Beschädigung, Verlust oder Diebstahl.

Anlageideen von comdirect

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Für wen eignet sich Kunst als Investment?

Kunst als Geldanlage eignet sich vor allem für vermögende Anlegerinnen und Anleger, die ein bereits ausgewogenes Portfolio um Sachwerte diversifizieren möchten. In der Regel sollte man einen langfristigen Anlagehorizont verfolgen, da Wertsteigerungen von Kunst häufig Jahre oder Jahrzehnte benötigen. Im Idealfall verbindet man Renditestreben mit einem „Lustkauf“, da nicht sicher ist, dass sich dieses Werk auch wieder gewinnbringend verkaufen lässt.

Kunst als Investment erfordert Expertise, Geduld und eine hohe Risikobereitschaft. Kunst sollte nicht den Kern des eigenen Portfolios bilden, sondern als Beimischung im Rahmen einer Core-Satellite-Strategie höchstens 5 % des Gesamtvermögens ausmachen.

7 Tipps: Was sollten Anlegende beim Kauf von Kunst beachten?

  1. Marktgefühl entwickeln: Besuche vor dem Kunstkauf regelmäßig Galerien, Kunstmessen und Auktionen, um ein Gefühl für Preise, Stilrichtungen und Trends zu bekommen.
  2. Wissen aneignen: Das Lesen von Fachliteratur, Marktberichten und Auktionskatalogen kann helfen, fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.
  3. Beratung nutzen: Hole Rat bei Galeristinnen und Galeristen oder Kunstberaterinnen und Kunstberatern ein, um in Kunst mit Wertsteigerungspotenzial zu investieren.
  4. Drucke oder Editionen bevorzugen: Gerade für den Einstieg eignen sich oft Drucke, Editionen oder die Werke junger und aufstrebender Künstlerinnen und Künstler, da die Preise häufig niedriger sind als für die Originale etablierter Kunstschaffender.
  5. Kosten berücksichtigen: Plane neben dem Kaufpreis auch Nebenkosten für Transport, Versicherung und fachgerechte Lagerung ein, um den Wert eines Kunstwerks zu erhalten.
  6. Langfristig denken: Kunst eignet sich weniger für die kurzfristige Spekulation, weil Wertsteigerungen häufig Jahre oder Jahrzehnte benötigen und sich ein Werk häufig nicht so leicht wieder verkaufen lässt.
  7. Nur kaufen, was dir gefällt: Da Wertsteigerungen nicht garantiert sind, sollte dir das Werk gefallen – so ist zumindest die emotionale „Rendite“ gesichert.

Fazit: Lohnt sich Kunst als Investment?

Kunst kann im Rahmen der Asset Allocation eine interessante Ergänzung für ein Portfolio sein – als alleinige Geldanlage ist sie jedoch weniger geeignet. Zwar zeichnen sich gerade die Werke etablierter Künstlerinnen und Künstler durch eine hohe Wertstabilität und Renditechancen von bis zu 6 % pro Jahr aus. Demgegenüber stehen jedoch ein intransparenter und illiquider Kunstmarkt sowie hohe Kosten für Kauf, Transport, Lagerung und Versicherung.

Gerade als privatanlegende Person solltest du dir zunächst ein stabiles, breit diversifiziertes Portfolio aufbauen, das deinem individuellen Risikoprofil entspricht und auf deine langfristigen Anlageziele ausgerichtet ist, bevor du dich entscheidest, in Kunst zu investieren.

Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital.

Wenn du noch Fragen zu den Themen Anlegen und Investieren hast, nutze gerne unsere Volltextsuche auf www.comdirect.de. Dort findest du schnell und einfach viele Antworten auf die häufigsten Fragen. Solltest du dort keine passende Antwort finden, stehen wir dir gerne zur Verfügung – entweder über unser Kontaktformular auf der Website oder telefonisch unter 04106 – 708 25 00. Als comdirect Kundin oder Kunde halte bitte deine Zugangsdaten bereit.

Autor
comdirect Redaktion
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