Geldanlage Gold Wann sich eine Investition lohnt – und wann nicht

Aufnahme einer glücklichen jungen Frau, die sich auf einer Autoreise aus dem Fenster lehnt
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Gold genießt den Ruf, besonders krisenfest und daher auch in unruhigen Zeiten eine sichere Geldanlage zu sein. In den Augen vieler Anleger genügt das als Argument für eine Investition. Doch lohnt sich Gold auch zum Vermögensaufbau? Welche Vor- und Nachteile hat Gold für Anleger? Und wie können Anleger überhaupt in Gold investieren? Erfahren Sie alles, was Sie zur Geldanlage Gold wissen müssen.

Goldanlage: Der sichere Hafen in Krisenzeiten

Bereits die alten Römer setzten Gold regelmäßig als Zahlungsmittel ein. Als solches hat das glänzende Edelmetall zwar längst ausgedient, doch von der Faszination bis heute nichts verloren. Denn Gold strahlt große Sicherheit aus – vor allem in Zeiten politischer Instabilitäten und unvorhersehbaren Krisen wie der Finanzkrise 2008 oder der Corona-Pandemie. Sind solche globalen Ereignisse im Anmarsch, ziehen viele Investoren ihr Geld von den Börsen ab und legen es stattdessen in Gold an. Mit dem Edelmetall erhalten sie dann einen physischen Gegenwert für ihr Geld.

Warum Anleger so agieren, hängt schlicht und ergreifend mit dem begrenzten Vorkommen an Gold zusammen. Denn im Gegensatz zu Geld, das einfach gedruckt werden kann, ist die Menge an Gold nicht unerschöpflich. Genau das macht das Edelmetall so begehrt und vermeintlich krisensicher. Während bei einem Staatsbankrott oder einer Firmenpleite Bargeld und Aktien an Wert verlieren können, bleibt der relative Wert des Goldes davon weitestgehend unberührt. Außerdem ist Gold bei einer drohenden Inflation in der Regel wertstabiler und wird im Notfall auch als Zahlungsmittel akzeptiert.

Gut zu wissen: Die Preisentwicklung von Gold kommt ausschließlich über die vorhandene Nachfrage und das verfügbare Angebot zustande. Ein bekanntes ökonomisches Prinzip, doch im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Handelswaren lässt sich Gold bei großer Nachfrage nicht einfach nachproduzieren. Da nur Angebot und Nachfrage die Wertentwicklung beeinflussen, ist der Goldpreis einer Unze mitunter starken Schwankungen ausgesetzt.

Gold als Geldanlage: Vor- und Nachteile im Überblick

Wer einen Währungscrash fürchtet, sich gegen Krisen wappnen oder aber einfach nur das persönliche Anlagerisiko streuen möchte, kann über Gold als Geldanlage nachdenken. Allerdings bietet auch eine Investition in Gold keine absolute Sicherheit. Denn neben den Vorteilen ist Gold als Geldanlage auch mit einigen Nachteilen behaftet. Die Hauptargumente gegen Gold sind die hohen Kosten, Währungsrisiken sowie Kursschwankungen und nicht zuletzt das Ausbleiben von gewinnbringenden Zinsen und Dividenden. Hinzu kommt, dass sich mit dem neuen Steuergesetz mutmaßlich Änderungen hinsichtlich der Besteuerung im Goldhandel ergeben. Der Entwurf für das Jahressteuergesetz der Bundesregierung sieht vor, dass Gewinne aus der Veräußerung von Goldpapieren künftig der Abgeltungssteuer unterliegen. Und zwar auch dann, wenn sie länger als ein Jahr gehalten werden.

3 Vorteile von Gold als Geldanlage

1. Gold ist wertstabil

Der häufigste Beweggrund für Anleger, ihr Geld in Gold zu investieren, ist die Absicherung des eigenen Vermögens. Physische Goldreserven sind in den Augen vieler Menschen weniger volatil als Wertanlagen und damit wertbeständiger. Auch gegenüber Papiergeld hat es bei einer drohenden Inflation die Nase vorn. Denn die Nachfrage übersteigt die Produktion des seltenen Edelmetalls bei Weitem. Ein Wertverlust ist auch in den kommenden Jahren daher mehr als unwahrscheinlich.

2. Gold ist unabhängig

Die Investition in Aktien oder Anleihen ist immer mit gewissen Risiken verbunden. Unternehmen können beispielsweise Verluste machen oder Negativschlagzeilen produzieren, die den Kursverlauf negativ beeinträchtigen. Gold ist solchen Risiken einer Gegenpartei nicht ausgesetzt, denn es gibt schlicht keinen Dritten, der den Preis des Goldes unmittelbar beeinflusst. Auch die Geldpolitik von Zentralbanken prallt am Edelmetall zuverlässig ab und beeinflusst die Wertentwicklung in der Regel nicht.

3. Gold ist (noch) steuerfrei

Der Handel mit Gold ist in der europäischen Union steuerfrei und unterliegt weder der Mehrwert- noch der Abgeltungssteuer – und zwar sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf von Barren und Münzen. Der Grund: Die einzelnen Staaten wollen so einer künstlichen Verzerrung des Goldpreises vorbeugen. Doch der Kostenvorteil kann mit der Änderung des Jahressteuergesetzes schon bald verloren gehen.

3 Nachteile von Gold als Geldanlage

1. Gold liefert keine Zinsen und Dividenden

Wer in Gold investiert, muss wissen: In Krisenzeiten sind durchaus beträchtliche Preissteigerungen möglich, doch das bedeutet keinesfalls, dass Gold auch langfristig höhere Rendite erzielt als Aktien. Denn das Edelmetall liefert weder Zinsen noch Dividenden. Einzig und allein die Preisentwicklung entscheidet über die Rendite.

2. Goldkurs birgt Verlustrisiken

Auf lange Sicht bietet ein reines Goldinvestment Anlegern nicht nur weniger Rendite, sondern unterliegt auch größeren Schwankungen als beispielsweise ein Investment in den Weltaktienindex MSCI World. Im Grunde müssen Privatanleger hoffen, dass die Nachfrage nach Gold auch zukünftig steigt. Denn geht die Nachfrage zurück, fällt auch der Kurs. Bereits in der Vergangenheit waren starke Kursschwankungen nicht unüblich.

3. Gold ist teuer

Sowohl der Kauf als auch die anschließende Aufbewahrung kann Gold zu einer kostspieligen Angelegenheit werden lassen. Dafür sorgen unter anderem anfallende Aufschläge und Gebühren beim Kauf eines Barrens. Möchten Sie diesen außerdem in einem Schließfach Ihrer Bank deponieren, fallen genauso weitere Kosten an wie für eine mögliche Schließfachversicherung.

Fazit: Goldanlage verspricht nicht zwingend Gewinne

Aufgrund ausbleibender Zinsen und Dividenden lohnt sich Gold nicht zwangsläufig als Einzelinvestment zum langfristigen Vermögensaufbau oder zur privaten Altersvorsorge. Viele Anleger nutzen Goldanlagen daher nur zur Beimischung Ihres überwiegend aus Aktien bestehenden Depots. Wie viel genau das sein sollte, hängt nicht zuletzt von Ihrer Risikoneigung ab.

Gut zu wissen: Der Goldwert entwickelt sich oft entgegengesetzt zu Aktien. Er bricht in Krisenzeiten meist weniger ein oder legt teilweise sogar zu, während Aktien nachgeben. Eine geringe Beimischung von Gold kann das Portfolio demnach schwankungsresistenter machen, beeinträchtigt aber unter Umständen auch die Aussicht auf die Renditen.

Wie kann ich in Gold investieren?

Wer davon überzeugt ist, einen Teil seines Vermögens in Gold anzulegen, hat grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten.

  • Anlage in physisches Gold: Barren und Münzen
  • Anlage in börsengehandeltes Gold: Fonds und Aktien

Die beliebteste Variante, sein Geld in Gold anzulegen, ist der Kauf von Barren oder Münzen. Sie sind wahlweise bei der Bank, beim Münzhandel oder im Internet zu erwerben. Bedenken Sie aber, dass Anlagegold in Form von Münzen mit einem vergleichsweise hohem Diebstahl- und Verlustrisiko verbunden ist. Bei Goldbarren bestehen grundsätzlich die gleichen Probleme. Ihr Vorteil ist aber, dass sie in größeren Stückelungen erhältlich sind und geringere Prägekosten haben. Allerdings können Barren nur im Ganzen wieder abgestoßen werden.

Anleger können heutzutage auch mit speziellen Fonds in den Goldmarkt einsteigen. Sogenannte Goldfonds investieren vornehmlich in Rohstoffunternehmen wie beispielsweise Goldminen und gewinnen an Wert, sobald die Goldpreise steigen. Wie bei börsengehandelten Fonds üblich, müssen Anleger aber mit teils hohen Kursschwankungen und damit einhergehenden Verlustrisiken rechnen. Ebenso können Anleger in Goldaktien investieren, doch auch hier sind starke Kursschwankungen und damit Verluste möglich. Neben Fonds und Aktien bleibt auch die Möglichkeit in Gold-ETFs zu investieren. Finden Sie für jedes Ziel das passende Wertpapierangebot.

Gut zu wissen: Betrüger locken oft mit verführerischen Lockangeboten. Seien Sie daher auf der Hut und kaufen Sie Ihr Gold ausschließlich bei renommierten Edelmetallhändlern oder Banken.

Fazit: Gold

Anlegern, die auf Gold als Kapitalanlage setzen möchten, stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Egal, ob physisches Gold, Goldaktien oder ETFs – Anleger sollten bei der Geldanlage in Gold nie das Risiko aus den Augen verlieren. Denn auch hier gilt das berühmte Sprichwort „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“.

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Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab. Die Rechtsgrundlagen für die Besteuerung von Kapitaleinkünften können sich ändern. Die comdirect bank AG übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen auf dem Gebiet des Steuerrechtes. Die zur Verfügung gestellten Informationen ersetzen keine persönliche Steuer- oder Rechtsberatung.