- Gold gilt als wertstabil, unterliegt aber teil starken Kursschwankungen.
- Du kannst zwischen physischem Gold und Wertpapieren wählen.
- Für die Altersvorsorge eignet sich Gold vor allem als Beimischung.
Ist Gold eine sichere Anlage?
Gold gilt traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Doch lohnt sich die Goldanlage auch für den langfristigen Vermögensaufbau bzw. die Altersvorsorge? Gold steht seit jeher für Luxus und Reichtum. Jahrtausendelang nutzte die Menschheit das Edelmetall als Währung. Noch bis Anfang der 1970er-Jahre diente Gold als Währungsreserve zur Deckung des US-Dollars. Diesen Status als Wertaufbewahrungsmittel und „sicherer Hafen“ hat Gold als Geldanlage noch heute inne: Vor allem in Krisenzeiten steigt die Nachfrage und somit der Preis des Edelmetalls. Dann nämlich schichten viele Anlegende ihr Vermögen in Gold um. Aber: Genau so schnell kann sich der Goldpreis in die entgegengesetzte Richtung entwickeln. Pauschal lässt sich deshalb nicht sagen, dass Gold eine sichere Anlage ist. Denn der Goldpreis hängt allein von der Nachfrage ab und schwankt pro Jahr im Mittel sogar stärker als der Aktienmarkt. Vor allem für den Einsatz von Gold als Altersvorsorge relevant: Im Gegensatz zu Aktien und Anleihen wirft Gold zudem keine Zinsen oder Dividenden ab.
Was sind die Vor- und Nachteile von Gold als
Geldanlage?
| Vorteile von Gold als Geldanlage | Nachteile von Gold als Geldanlage |
|---|---|
| Wertstabilität: Auch wenn der Goldpreis im Jahr schwankt, gilt Gold als relativ wertbeständig und wird deshalb bei vielen Anlegenden in Krisenzeiten bevorzugt, z. B. als Inflationsschutz. | Keine Zinsen und Dividenden: Anders als Aktien und Anleihen wirft Gold keine laufenden Erträge ab. Daher ist nicht sicher, ob Gold langfristig eine höhere Rendite einbringt als andere Assetklassen. |
| Unabhängigkeit: Im Falle eines Direktinvestments unterliegt Gold, anders als Aktien und andere Wertpapiere, keinem Ausfall- oder Gegenparteirisiko und gilt deshalb als unabhängig. | Volatilität: Historisch betrachtet, schwankt der Goldpreis pro Jahr im Durchschnitt stärker als z. B. der Aktienmarkt, sodass Gold als Geldanlage stets auch Verlustrisiken birgt. Der Goldpreis hängt von Angebot und Nachfrage ab. |
| Steuervorteil: Wer Gold als Barren, Münzen oder Zertifikaten mit Lieferanspruch ein Jahr lang hält und danach verkauft, zahlt keine Abgeltungssteuer auf den Gewinn. Anlagegold ist in Deutschland zudem mehrwertsteuerbefreit. | Hohe Kosten: Nicht nur Gold selbst ist teuer – wer das Edelmetall kauft, zahlt in der Regel eine hohe Händlermarge. Die anschließende Aufbewahrung von Barren oder Münzen in einem Bankschließfach zieht weitere Kosten nach sich. |
| Liquidität: Goldbarren mit einem hohen Feingehalt und Anlagemünzen lassen sich in der Regel schnell und problemlos verkaufen. | Währungsrisiko: Gold wird in US-Dollar gehandelt. Deutsche Anlegende gehen deshalb ein Währungsrisiko ein: Legt der Euro gegenüber dem US-Dollar zu, fällt der Wert der Goldanlage. |
In Gold investieren – wie geht das eigentlich?
Grundsätzlich hast du 2 Möglichkeiten, in Gold zu investieren:
- Physische Goldanlage in Barren und Münzen
- Börsengehandelte Goldanlage in Aktien, Fonds und Zertifikate
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Goldanlage: Welches Gold kann man als Anlage kaufen?
Barren und Münzen sind noch immer die beliebteste Variante der Goldanlage. Die Kosten für physisches Gold hängen vom Gewicht und Feingehalt ab. Ein Goldbarren wiegt zwischen 1 Gramm und ca. 12,5 Kilogramm. In Deutschland sind Barren ab einem Feingoldgehalt von 99,5 % mehrwertsteuerbefreit. Ein hoher Feingehalt ist auch wichtig, um Liquidität zu gewährleisten, sprich: die Barren bei Bedarf schnell wieder verkaufen zu können. Bankhandelsfähige Barren sind häufig von der London Bullion Market Association (LBMA) zertifiziert.
Eine weitere Möglichkeit, in Gold zu investieren, sind Anlagemünzen. Solche Bullionmünzen haben ebenfalls einen vergleichsweise hohen Feingehalt. Die bekanntesten Gold-Anlagemünzen sind:
- Krügerrand (Südafrika)
- Maple Leaf (Kanada)
- Wiener Philharmoniker (Österreich)
- Gold Eagle (USA)
- Britannia (Großbritannien)
- Australian Kangaroo (Australien)
Barren und Münzen bekommt man bei Banken, Edelmetallhändlern oder Goldportalen im Internet. Beim Goldkauf fällt eine Händlermarge an. Diese spiegelt sich in der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis wider – dem „Spread“. Wer in physisches Gold investiert, muss sich außerdem fragen, ob er seine Barren oder Münzen zu Hause oder im Bankschließfach aufbewahren möchte.

Wenn du physisches Gold kaufst, musst du dich auf den Verkäufer verlassen können. Barren und Münzen kaufst du deshalb am besten bei einem zertifizierten Händler, der im Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels vertreten ist.
Geldanlage Gold: In Goldfonds und Goldaktien investieren
Auch mit speziellen Fonds kannst du am Goldmarkt partizipieren. Goldfonds investieren jedoch nicht in physisches Gold, sondern streuen das Geld der Anleger in andere Assetklassen. Über den Umweg von Swap-Geschäften versuchen sie dann, den Goldpreis möglichst genau nachzuempfinden.
Mit Goldaktien bzw. Goldminenaktien kannst du in Unternehmen investieren, die Gold schürfen. Die Wertentwicklung von Goldaktien ist nicht allein an die Entwicklung des Goldpreises gekoppelt, sondern hängt von weiteren Faktoren ab – etwa der allgemeinen Lage an den Aktienmärkten und dem Management der Goldminen-Gesellschaften. Dadurch können die Kurse von Goldminenaktien deutlich stärker schwanken als der Goldpreis selbst. Auch hier musst du also mit teils erheblichen Kursschwankungen und entsprechenden Verlustrisiken rechnen.
Gold-ETFs und Gold-ETCs
ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die versuchen, die Wertentwicklung eines Index – oder in diesem Fall des Goldpreises – möglichst 1:1 nachzubilden. Die Einlagen in einem ETF gelten rechtlich als Sondervermögen, sodass die Anlegergelder im Insolvenzfall geschützt sind. In Deutschland ist es allerdings verboten, einen Indexfonds mit nur einem Bestandteil aufzulegen. Deshalb sind Gold-ETFs hierzulande nicht zugelassen.
Eine Alternative zu Gold-ETFs sind „Exchange Traded Commodities” oder börsengehandelte Rohstoffe – kurz: ETCs. Diese sind auch in Deutschland handelbar. Bei einem Gold-ETC handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung, die in der Regel mit physischen Goldbeständen besichert ist.

Schuldverschreibungen gelten nicht als Sondervermögen. Anlegende gehen daher das Risiko ein, ihr Kapital bei Zahlungsunfähigkeit des Herausgebers zu verlieren.
Wertpapiersparplan auf Gold-Zertifikate
Ab einem Sparbetrag von 25 Euro kannst du auch mit einem Wertpapiersparplan in Gold investieren. Physisches Gold spart man dabei jedoch nicht an. Stattdessen investiert man sein Geld in Zertifikate, die die Entwicklung des Goldpreises abbilden. Bei manchen dieser Wertpapiere haben Anlegende einen Lieferanspruch auf physisches Gold, z. B. bei Xetra-Gold.
Ist Investieren in Gold sinnvoll?
Ob Gold als Geldanlage sinnvoll ist, lässt sich nicht mit einem Satz beantworten. Wichtig ist, dass du dich mit den Vor- und Nachteilen von Gold als Kapitalanlage vertraut gemacht hast und somit die Risiken kennst. Grundsätzlich sollte man bei der Geldanlage auf eine ausgewogene Asset Allocation achten – also nicht alle Eier in einen Korb legen. Die Verbraucherzentralen raten davon ab, dem eigenen Portfolio einen höheren Goldanteil als 10 % beizumischen.

Du möchtest auch in andere Edelmetalle investieren? Im comdirect Magazin stellen wir dir die wichtigsten Alternativen zum Goldinvestment vor.
Wann sollte man Gold kaufen bzw. verkaufen?
Grundsätzlich muss jeder Anleger selbst entscheiden, ob und wann er Gold kaufen oder verkaufen möchte. Wie sich der Goldpreis entwickelt, lässt sich ohnehin nicht vorhersagen. Wer mit dem Goldverkauf Gewinn machen möchte, muss bedenken, dass der Verkaufspreis in der Regel unter dem Ankaufspreis liegt. Eine Rendite erzielt man also nur, wenn der Goldpreis seit dem Kauf mehr als diese Differenz zugelegt hat.
Sollte man jetzt in Gold investieren?
Angesichts geopolitischer Krisen, hoher Staatsschulden und anhaltender Inflationssorgen könnte Gold weiterhin attraktiv wirken. Tatsächlich ist der Goldpreis nach einem starken Anstieg inzwischen aber deutlich volatiler: Nach Rekordständen Anfang 2026 notiert Gold wieder spürbar darunter. Das zeigt, dass Gold auch in unsicheren Zeiten nicht automatisch steigt. Der Goldpreis liegt dennoch weiterhin auf einem historisch sehr hohen Niveau.
Aktuell wirken mehrere Kräfte gegeneinander. Einerseits stützen Zentralbankkäufe, politische Unsicherheit und Zweifel an der Stabilität großer Währungen den Goldpreis. Andererseits belasten ein starker US-Dollar und die Erwartung länger hoher Zinsen. Da Gold keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden bringt, werden verzinsliche Anlageklassen bei hohen Zinsen vergleichsweise attraktiver. Zudem wird Gold in US-Dollar gehandelt – steigt der Dollar, kann das den Goldpreis für Anlegende außerhalb der USA drücken.
Anlegerinnen und Anleger sollten Gold deshalb nicht als sicheren Inflationsschutz oder kurzfristige Gewinnchance verstehen. Historisch gesehen gleicht Gold die Inflation oft erst über sehr lange Zeiträume aus, kurzfristig kann es sogar real an Wert verlieren. Sinnvoll kann Gold vor allem als langfristige Beimischung zur Risikostreuung sein. Wer investieren möchte, sollte auf eine begrenzte Quote achten und nicht allein wegen aktueller Krisen kaufen.
Gold als Altersvorsorge – eine gute Idee?
Wer Gold als Altersvorsorge nutzen möchte, sollte die Vor- und Nachteile des Edelmetalls genau kennen. Gold gilt zwar als wertbeständig und wird häufig als Schutz in wirtschaftlich unsicheren Zeiten betrachtet. Zudem ist physisches Gold nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei. Allerdings unterscheidet sich Gold deutlich von klassischen Vorsorgeprodukten oder breit gestreuten Wertpapierinvestments: Gold erwirtschaftet nämlich keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden – zudem unterliegt das Edelmetall starken Preisschwankungen.
Wer langfristig für den Ruhestand vorsorgen möchte, sollte Gold deshalb nicht als alleinige Altersvorsorge betrachten. Stattdessen kann das Edelmetall eine Ergänzung zu anderen Anlageformen wie ETFs, Fonds oder weiteren Bausteinen der privaten Altersvorsorge sein.

Für den langfristigen Vermögensaufbau setzen viele Anlegende auf breit gestreute Wertpapieranlagen. Welche Möglichkeiten das neue Altersvorsorgedepot für die private Altersvorsorge bietet, erfährst du im comdirect Magazin.
Was ist Gold wert?
Als knapper Rohstoff wird Gold traditionell eine hohe Wertbeständigkeit zugesprochen. Doch was genau ist Gold eigentlich wert? Da das Edelmetall weder Zinsen noch Dividenden abwirft, kann ihm kein Ertragswert zugeordnet werden. Für Goldanleger ist daher vor allem der Marktwert interessant. Dieser ergibt sich aus dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Der aktuelle Goldpreis wird üblicherweise in US-Dollar je Feinunze Gold angegeben.

Wie teuer wird Gold in 10 Jahren?
Die Entwicklung des Goldpreises hängt von zahlreichen Faktoren haben und lässt sich deshalb schwer prognostizieren. Auch wenn die Nachfrage nach Gold in der Vergangenheit besonders in Krisenzeiten häufig gestiegen ist, lässt sich mit dieser Erkenntnis wenig anfangen. Viele Krisen treten über Nacht auf und lassen sich ebenso wenig vorhersehen wie der Goldpreis selbst. Wer langfristig Vermögen aufbauen und für die Rente vorsorgen möchte, sollte sein Geld generell möglichst breit gestreut anlegen und z. B. über die Altersvorsorge mit ETFs nachdenken.
Kann Gold wertlos sein?
Gold genießt seit jeher ein hohes Ansehen. Allein aufgrund seiner Knappheit wird dem Edelmetall ein gewisser Mindestwert zugeschrieben. Auch wenn der Preis von Gold schwankt – ein völliger Wertverlust des Edelmetalls ist unwahrscheinlich. Umgekehrt sollte man bei Prognosen vorsichtig sein, die versprechen, dass der Goldpreis langfristig kontinuierlich steigen wird.
Fazit: Goldanlage – schöner Schein oder sicherer Hafen?
Gerade in Krisenzeiten erfreut sich das Edelmetall immer größerer Beliebtheit. Trotz seines Rufs als sicherer Hafen, ist Gold jedoch eine spekulative Geldanlage. Die größten Nachteile der Goldanlage sind:
- der hohe Preis
- die Schwankungen
- das Währungsrisiko
- die Kosten für die Aufbewahrung.
Ob man als Anlegerin oder Anleger dennoch auf eine Beimischung von Gold – in Form von Goldbarren oder Wertpapieren – setzt, muss jeder individuell entscheiden. Für die Altersvorsorge eignet sich Gold dabei vor allem als ergänzender Baustein eines breit aufgestellten Portfolios. Als alleinige Altersvorsorge ist das Edelmetall aufgrund fehlender laufender Erträge und möglicher Kursschwankungen nur eingeschränkt geeignet.
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