- Die Frühstart-Rente ist ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot für junge Leute.
- Im ersten Jahr sollen nur alle 6-jährigen Kinder monatlich 10 Euro für ihr Depot erhalten.
- Start ist der 01.01.2027. Die 1. Förderung wird rückwirkend zum 01.01.2026 gezahlt.
Definition: Was ist die Frühstart-Rente?
Die Frühstart-Rente ist eine Form der staatlich geförderten Altersvorsorge für Kinder und Jugendliche. Die Frühstart-Rente gehört zu den Plänen der Koalition aus CDU, CSU und SPD, um das Rentensystem in Deutschland zu reformieren.
Hintergrund: Warum ist die Frühstart-Rente nötig?
Bisher ist es in Deutschland so, dass die heutigen Renten von den aktuellen Beitragszahlenden finanziert werden. Dies nennt man Umlageverfahren, weil das in die Rentenkasse eingezahlte Geld auf die aktuellen Rentenbeziehenden umgelegt wird. Dieser „Generationenvertrag“ stößt durch den demografischen Wandel jedoch an seine Grenzen.
Die Menschen in Deutschland werden im Schnitt immer älter. Die Folge: Auf immer mehr Rentnerinnen und Rentner kommen immer weniger Beitragszahlende. Damit die Rentenbeiträge nicht immer weiter erhöht oder das Rentenniveau abgesenkt werden muss, braucht es eine Rentenreform. Die Frühstart-Rente ist eine Idee, um Kinder und Jugendliche frühzeitig an die private Altersvorsorge heranzuführen und den privaten Vermögensaufbau staatlich zu fördern.
Wie soll die Frühstart-Rente funktionieren?
Die Frühstart-Rente soll Kindern und Jugendlichen ermöglichen, frühzeitig mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen. Bisher ist Folgendes zum Konzept der Frühstart-Rente bekannt:
- Zielgruppe: Jedes Kind ab 6 Jahren – mit Wohnsitz in Deutschland – soll bis zur Volljährigkeit jeden Monat 10 Euro vom deutschen Staat erhalten. Laut Koalitionsvertrag soll das Geld in ein „individuelles, kapitalgedecktes und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot“ eingezahlt werden.
- Private Einzahlungen: Die Heranwachsenden sowie Dritte, wie Großeltern oder Eltern, sollen privat in das Altersvorsorgedepot einzahlen können – ggf. bis zu einem bestimmten jährlichen Höchstbetrag. Während private Einzahlung vorerst nur ab dem 18. Lebensjahr vorgesehen waren, gibt es inzwischen auch Aussagen, denen zufolge Einzahlungen vor dem 18. Lebensjahr möglich sein werden.
- Steuerfreiheit: : Alle Erträge aus dem Depot – also z. B. Kursgewinne oder Dividenden – sollen bis zum Renteneintritt steuerfrei sein.
- Pfändungsschutz: Das angesparte Geld soll vor staatlichem Zugriff geschützt sein.
- Auszahlung: Das angesparte Geld im Altersvorsorgedepot soll mit Erreichen der Regelaltersgrenze ausgezahlt werden – bis dahin ist die Anlage für Entnahmen gesperrt.
Wann kommt die Frühstart-Rente?
Als offizieller Start wird der 1. Januar 2027 angestrebt, wobei Auszahlungen der Förderung rückwirkend zum 1. Januar 2026 erfolgen sollen. In einer Beschlussempfehlung zum Haushalt sind für das nächste Jahr 50 Millionen Euro für die Frühstart-Rente eingeplant. Daher hat die Koalition entschieden, dass zu Beginn erst einmal nur 6-jährige Kinder (Jahrgang 2020) die Förderung der Frühstart-Rente bekommen. Jahr für Jahr sollen dann weitere Jahrgänge hinzukommen. Trotzdem soll es wohl allen Erziehungsberechtigten von anspruchsberechtigten Kindern und Jugendlichen ab dem 1. Januar 2027 möglich sein ein Frühstart-Renten-Altersvorsorgedepot auf Basis entsprechender freiwilliger Zahlungen zu eröffnen.
Frühstart-Rente: Was muss ich konkret tun?
Nach aktuellem Stand müssten Eltern sich selbst um ein Depot oder eine Versicherung für ihre Kinder kümmern, damit das Kind die Förderung bekommen kann. Falls das innerhalb einer bestimmten Zeit nicht passiert, sollen Kinder automatisch eine Auffanglösung erhalten. Derzeit steht noch nicht fest, wie das geplante Altersvorsorgedepot im Detail ausgestaltet sein soll. Zum Beispiel ist noch nicht klar, wie hoch die Kosten eines Altersvorsorgedepots im Vergleich zu einem „normalen“ Depot sein werden.
Bezüglich der Auswahl der Anlageprodukte soll in einer Positivliste festgehalten werden, welche Anforderungen ein ETF oder eine Versicherungslösung erfüllen muss, um für die Frühstart-Rente in Frage zu kommen.
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Mit dem comdirect Junior Depot haben Eltern die Chance, Startkapital für ihre Kinder aufzubauen.
Rechenbeispiel: Wie viel Geld lässt sich mit der Frühstart-Rente ansparen?
Das Konzept zur Frühstart-Rente sieht vor, dass der Staat monatlich 10 Euro in ein Altersvorsorgedepot einzahlt. Die Förderung soll frühestens mit dem 6. Lebensjahr beginnen und mit 18 enden. Der Staat zahlt also höchstens 12 Jahre in das Altersvorsorgedepot ein. Daraus ergibt sich für die 1. Ansparphase eine Fördersumme von 1.440 Euro – ohne mögliche Erträge oder Verluste.
Zusätzlich können Anlegende privat Geld in ihr Altersvorsorgedepot einzahlen. Doch auch ohne private Einzahlungen wird die angesparte Summe weiter am Kapitalmarkt angelegt und bietet potenzielle Renditechancen. Wichtig ist, dass du dir der Volatilität des Aktienmarktes bewusst bist: Die Kurse unterliegen Schwankungen und bleiben nicht konstant. Der in unserem Rechenbeispiel angenommene Wertzuwachs ist daher rein theoretisch und wird in der Realität nicht jedes Jahr exakt so eintreten – er kann sowohl höher als auch niedriger ausfallen. Eine Investition in Wertpapiere ist stets mit Risiken verbunden, einschließlich möglicher Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.
Staatlich geförderte Ansparphase vom 6. bis zum 18. Lebensjahr
| Zeitraum | 12 Jahre |
| Staatliche Einzahlungen | 10 Euro x 144 Monate = 1.440 Euro |
| Angenommener Wertzuwachs: 5 % p.a. | 513,44 Euro |
| Depotwert mit 18 Jahren | 1.953,44 Euro |
Wertentwicklung vom 18. bis zum 67. Lebensjahr – ohne private Einzahlungen
| Zeitraum | 49 Jahre |
| Kapital aus 1. Ansparphase (inkl. Rendite) | 1.953,44 Euro |
| Private Einzahlungen | 0 Euro |
| Einzahlungen insgesamt | 1.953,44 Euro |
| Angenommener Wertzuwachs: 5 % p.a. | 19.380,73 Euro |
| Depotwert mit 67 Jahren | 21.334,17 Euro |
Wertentwicklung vom 18. bis zum 67. Lebensjahr – mit 25 Euro monatlicher Sparrate (ab dem 18. Lebensjahr)
| Zeitraum | 49 Jahre |
| Kapital aus 1. Ansparphase (inkl. Rendite) | 1.953,44 Euro |
| Private Einzahlungen | 25 Euro x 588 Monate = 14.700 Euro |
| Einzahlungen insgesamt | 16.653,44 Euro |
| Angenommener Wertzuwachs: 5 % p.a. | 65.560,89 Euro |
| Depotwert mit 67 Jahren | 82.214,33 Euro |
Was sind die Vor- und Nachteile der Frühstart-Rente?
Die folgende Pro-Contra-Auflistung basiert auf dem aktuellen Wissensstand und allgemeinen Überlegungen zur Frühstart-Rente.
Pro Frühstart-Rente
- Staatliche Förderung:
Mit der Frühstart-Rente fördert der Staat die private Altersvorsorge mit 10 Euro pro Monat. - Finanzbildung:
Die Frühstart-Rente soll Kinder und Jugendliche frühzeitig an die private Altersvorsorge heranführen. Mit einem Altersvorsorgedepot sammeln sie ihre ersten Erfahrungen mit dem Wertpapierhandel. - Steuerfreiheit:
Bis zum Renteneintritt sollen Anlegende keine Steuern auf die Erträge zahlen müssen, die sie mit ihrem Altersvorsorgedepot erzielen, z. B. Kursgewinne oder Dividenden. - Private Einzahlungen:
Den Anlegenden steht es frei, privat in das Altersvorsorgedepot einzuzahlen und das angesparte Geld bis zur Rente aufzustocken. - Langer Anlagehorizont:
Bei der privaten Altersvorsorge mit ETFs oder mit Fonds ist ein langer Anlagehorizont entscheidend, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren und Kursschwankungen abzumildern. Daher gilt: Je früher du mit der Geldanlage beginnst, desto besser.
Contra Frühstart-Rente
- Altersbegrenzung:
Die Frühstart-Rente richtet sich gezielt an Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland. - Verlustrisiko:
Auch ein Altersvorsorgedepot birgt die üblichen Verlustrisiken des Wertpapierhandels bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. - Unflexible Auszahlung:
Bei der Frühstart-Rente soll das angesparte Geld erst mit Renteneintritt ausgezahlt werden – vorher kannst du nicht auf deine Ersparnisse zugreifen. - Rentenlücke:
Ohne private Einzahlungen reichen die staatlichen Einzahlungen ins Altersvorsorgedepot nicht aus, um die Rentenlücke zu schließen.
3 Tipps: Was sollten Eltern bei der privaten Altersvorsorge für ihre Kinder beachten?
Unabhängig von der geplanten Frühstart-Rente stehen Eltern verschiedene Geldanlagen für Kinder zu Verfügung, um frühzeitig für ihren Nachwuchs vorzusorgen. Wir haben die 3 wichtigsten Tipps für die private Altersvorsorge für dein Kind zusammengefasst.
Tipp 1: Frühzeitig beginnen
Bei der privaten Altersvorsorge gilt: Je früher, desto besser. Denn je länger du dein Geld sparst und anlegst, desto höher ist die Chance, dass du vom Zinseszinseffekt profitierst und Kursschwankungen sich über die Zeit ausgleichen. Die geplante Frühstart-Rente ist daher eine gute Möglichkeit, um mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen. Unabhängig davon kannst du aber z. B. mit einem Junior Depot sofort anfangen, Startkapital für deinen Nachwuchs aufzubauen.
Tipp 2: Finanziell weiterbilden
Mit der Frühstart-Rente könnten schon Kinder und Jugendliche erste Erfahrungen am Kapitalmarkt sammeln und lernen, mit Geld umzugehen. Doch auch als Eltern solltet ihr euch kontinuierlich finanziell weiterbilden.
Gerade für Frauen, die von Altersarmut in Deutschland am häufigsten betroffen sind, spielt das Thema Female Finance eine wichtige Rolle.
Tipp 3: Alternativen prüfen
Die Frühstart-Rente wird erst einmal schrittweise eingeführt, daher kann es sinnvoll sein, bereits jetzt die private Altersvorsorge für Kinder in die Hand zu nehmen und sich über alternative oder ergänzende Möglichkeiten – wie einem klassischen Depot oder einem Junior Depot – zu informieren.
Fazit: Frühstart-Rente – ein Anreiz, die private Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen
Mit dem Altersvorsorgedepot möchte der Staat die private Altersvorsorge für Kinder und junge Leute von 6 bis 18 Jahren mit monatlich 10 Euro fördern. Die Koalition hat sich aufgrund der angespannten Haushaltslage für eine schrittweise Einführung der Frühstart-Rente entschieden, beginnend mit den 6-jährigen Kindern, die im ersten Jahr als einziger Jahrgang den monatlichen Zuschuss von 10 Euro erhalten sollen. Ab 2029 sollen zusätzliche – bis dahin nicht berücksichtigte – Jahrgänge miteinbezogen werden.
Grundsätzlich sollten Eltern frühzeitig damit beginnen, für ihren Nachwuchs zu sparen und vorzusorgen. Mit einem Junior Depot und einem Wertpapiersparplan kannst du die private Altersvorsorge für deine Kinder selbst in die Hand nehmen. Vor einer Investition in den Aktienmarkt solltest du dich umfassend über die damit verbundenen Risiken informieren.
Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital.
Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab. Die Rechtsgrundlagen für die Besteuerung von Kapitaleinkünften können sich ändern. Die Commerzbank AG übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen auf dem Gebiet des Steuerrechtes. Die zur Verfügung gestellten Informationen ersetzen keine persönliche Steuer‐ oder Rechtsberatung.
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