Festgeldanlage – 4 gut gelaunte junge Leute mit einem Smartphone
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Festgeldanlage: Die Festgeldzinsen sind zurück

Key Takeaways
  • Die Festgeldanlage bringt wieder Zinsen.
  • Festgeld legst du für eine bestimmte Laufzeit zu einem garantierten Zinssatz an.
  • Die Laufzeit bei der Festgeldanlage reicht von 1 Monat bis hin zu 10 Jahren.
  • Festgeld ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro geschützt.

Definition: Was ist Festgeld?

Bei der Festgeldanlage legst du Bankguthaben für einen vorher vereinbarten Zeitraum auf einem speziellen Festgeldkonto an. Man spricht beim Festgeld auch von Termingeld, weil du bis zum vereinbarten Fälligkeitsdatum nicht über das Festgeld auf deinem Festgeldkonto verfügen kannst.

Für die Festgeldanlage erhältst du von der Bank einen Zinssatz. Dieser Zinssatz wird zu Beginn deiner Anlage festgelegt und ändert sich über die gesamte Laufzeit nicht – egal wie sich der Markt entwickelt. Die Festgeldzinsen werden dir zum Ende des Anlagezeitraums oder jährlich gutgeschrieben und – bei entsprechender langer Laufzeit – mitverzinst. Am Ende der Laufzeit kannst du auf dein Festgeld zuzüglich Zinsen zugreifen.

Was ist der Unterschied zwischen Festgeld und Tagesgeld?

Tagesgeld PLUS von comdirect

Als Neukunde bekommst du bei comdirect ein Tagesgeldkonto mit Top-Zinsen von 3,25 % p.a.

Neben der Festgeldanlage ist Tagesgeld eine weitere Möglichkeit, Geld zu sparen und Zinsen zu erhalten. Wie der Name schon sagt, kannst du täglich über das Guthaben auf deinem Tagesgeldkonto verfügen. Beim Tagesgeld gibt keine festen Laufzeiten.

Dafür bekommst du auch keine festen Zinsen. Anders als die Festgeldzinsen sind Tagesgeldzinsen variabel und können monatlich oder sogar wöchentlich angepasst werden. Aufgrund der Flexibilität fallen die Zinsen auf Tagesgeld mitunter auch niedriger aus als auf Festgeld.

Was ist der Unterschied zwischen Festgeld und Tagesgeld?

FestgeldTagesgeld
ZinsenFester Zinssatz über die gesamte LaufzeitVariabler Zinssatz, kann monatlich oder wöchentlich angepasst werden
LaufzeitFeste LaufzeitKeine Laufzeit
FlexibilitätKein Zugriff auf das Guthaben bis zum Fälligkeitsdatum; keine Änderung von Zinssatz, Laufzeit oder Anlagesumme möglichAbbuchungen und Einzahlungen jederzeit möglich
RisikoGesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro PersonGesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person

Der Sparbrief funktioniert ähnlich wie die Festgeldanlage: Auch hier legst du dein Geld für eine bestimmte Laufzeit an und erhältst dafür einen festen Zinssatz. Allerdings sind die Laufzeiten von Sparbriefen in der Regel länger und beginnen üblicherweise bei 1 Jahr. Dafür sind die Zinssätze teilweise höher als bei der Festgeldanlage. Auch für Sparbriefe gilt die gesetzliche Einlagensicherung.

Was sind die Vor- und Nachteile der Festgeldanlage?

Pro Festgeldanlage

  • Feste Zinsen:
    Beim Festgeld profitierst du über die gesamte Laufzeit von festen Zinsen – auch bei einem allgemein sinkenden Zinsniveau ist dir der vereinbarte Zinssatz garantiert.
  • Zinseszinseffekt:
    Am Ende der Laufzeit werden dir Zinsen gutgeschrieben, welche du erneut anlegen kannst. So kannst du auch bei der Festgeldanlage vom Zinseszinseffekt profitieren.
  • Sicherheit:
    Dein Guthaben auf dem Festgeldkonto ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem Betrag von 100.000 Euro gesichert. Die Sicherungssysteme der einzelnen Banken sehen oft noch deutlich höhere Sicherungsgrenzen vor.

Contra Festgeldanlage

  • Mögliche „Zinsfalle“:
    Bei der Festgeldanlage kannst du für die Dauer der Laufzeit nicht über dein Geld verfügen. Wenn das allgemeine Zinsniveau zwischenzeitlich steigt, werden die Zinsen auf dein Festgeld nicht angepasst und deine Erträge fallen niedriger aus als sie könnten.
  • Kaufkraftverlust durch Inflation:
    In Niedrigzinsphasen lohnt sich die Festgeldanlage nicht. Liegen die Festgeldzinsen unterhalb der Inflationsrate, erleidest du mit der Festgeldanlage real – also unterm Strich – Verluste.
  • Mangelnde Flexibilität:
    Das Geld auf deinem Festgeldkonto ist für einen bestimmten Zeitraum „geparkt“. Während der Laufzeit der Festgeldanlage kannst du nicht auf dein Guthaben zugreifen, um z. B. Anschaffungen zu tätigen oder dein Geld anderweitig zu investieren.

Für wen eignet sich Festgeld?

Die Festgeldanlage kann vor allem dann eine sinnvolle Option sein, wenn du größere Ersparnisse hast, auf die du für längere Zeit verzichten kannst. In diesem Fall kannst du dein Geld als Festgeld „parken“ und so vergleichsweise risikoarm Zinserträge erzielen.

Solange die Zinsen auf Festgeld hoch sind, kommt die Festgeldanlage auch für den langfristigen Vermögensaufbau infrage. Hier sind verschiedene Laufzeiten möglich. Bei kürzeren Laufzeiten fällt der Zinssatz zwar möglicherweise niedriger aus, sie bieten dafür aber eine erhöhte Flexibilität. Am Ende der Laufzeit kannst du entscheiden, ob du deine Festgeldanlage verlängerst oder deine Asset Allocation anpasst, um dein Geld in andere Anlageklassen umzuschichten.

Mit dem Festgeld der Commerzbank profitierst du aktuell von bis zu 3,00 % Zinsen p.a., abhängig von der Laufzeit.

Wie haben sich die Zinsen auf Festgeld entwickelt?

Die Höhe der Zinsen, die Banken ihren Kunden anbieten können, hängt von der allgemeinen Zinsentwicklung ab. Diese wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main über den Leitzins reguliert. Mit dem Leitzins legt die EZB u. a. fest, wie viel Zinsen die Banken selbst für ihre Einlagen bei der Zentralbank erhalten. Lange Zeit lag der Leitzins unter 0 %, sodass Sparer teilweise Negativzinsen auf ihre Bankguthaben zahlen musste und für ihr Festgeld lediglich minimale Zinsen bekamen.

Mit steigender Inflation hat die EZB eine geldpolitische Wende eingeleitet und die Leitzinsen in mehreren Schritten erhöht. Inzwischen bekommen die Banken auf Einlagen bei der Zentralbank wieder Zinsen in Höhe von 4,00 % (Stand Dezember 2023) – und können somit auch ihren Kunden höhere Zinsen auf Festgeld und Tagesgeld anbieten. Für dich als Sparer kann sich die Festgeldanlage daher wieder lohnen.

Chart zur Einlagefazilität 1999–2023
Der maßgebliche Leitzins für die Festgeldanlage ist nach Jahren wieder gestiegen.

Wie beeinflusst die Inflation die Festgeldanlage?

Lange Zeit hat sich die Festgeldanlage aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB nicht gelohnt. Die Zinsen auf Festgeld lagen viele Jahre unter der Inflationsrate, sodass du mit Festgeld unterm Strich Verlust gemacht hättest. Seit 2021 sind die Lebenshaltungskosten in Deutschland stark gestiegen. Um der Teuerung entgegenzuwirken, hat die EZB die Leitzinsen schrittweise erhöht.

Banken können Geld bei der Zentralbank parken und bekommen dafür im Gegenzug den sogenannten Einlagenzinssatz. Je höher dieser Zinssatz ist, desto höhere Zinsen können Banken wiederum an ihre Kunden weitergeben. Davon kannst du mit Tages- und Festgeldkonten profitieren.

Im Oktober 2023 sank die Inflationsrate in Deutschland auf 3,8 %. Der Einlagenzinssatz – also der maßgebliche Leitzins für Sparanlagen – lag im selben Monat bei 3,75 %. Diesen Zinssatz geben viele Banken als Festgeldzinsen an ihre Kunden weiter.

Sofern die Zinsen über der Inflationsrate liegen, kannst du als Sparer mit Festgeld also sogar eine kleine Rendite erzielen.

Icon Ausrufezeichen

Die Höhe der Festgeldzinsen hängt nicht nur vom aktuellen Leitzins, sondern auch von der Bonität – also der Zahlungsfähigkeit – der Bank oder des Anbieters ab. Je geringer die Bonität, desto höher ist in der Regel der Zinssatz. Achte bei der Festgeldanlage von über 100.000 Euro deshalb auch darauf, bei welchem Anbieter du dein Festgeld anlegst. Besonders wichtig ist dies bei Anbietern außerhalb Deutschlands, da die Einlagensicherung dann unter Umständen nicht gilt.

Ist Festgeld eine sinnvolle Ergänzung zu Aktien und Fonds?

Auch wenn du auf Festgeld wieder Zinsen oberhalb der Inflationsrate bekommen kannst, fällt die reale Rendite aufgrund der Inflation immer noch vergleichsweise gering aus. Zudem kann es sein, dass mit nachlassender Inflation irgendwann auch die Zinsen wieder sinken. Die Festgeldanlage bietet sich daher vor allem für die kurz- bis mittelfristige Geldanlage an und kann als „risikoarmer“ Anteil eine sinnvolle Ergänzung zu Anlageklassen wie z. B. Aktien, Fonds und ETFs sein, die höhere Renditechancen versprechen. Beachte jedoch, dass du beim Wertpapierhandel mit Aktien und Co. auch erhebliche Risiken bis zum Totalverlust deines eingesetzten Kapitals eingehst.

Im comdirect Magazin findest du viele hilfreiche Artikel rund um das Thema Börse: Informiere dich z.B. über Aktien für Anfänger, ETFs und die Altersvorsorge mit Fonds.

Fazit: Festgeldkonto – eine sinnvolle Ergänzung zum Wertpapierdepot

Die Zinswende beschert dir als Sparer wieder Zinsen auf Tages- und Festgeld. Sofern die Festgeldzinsen über der Inflationsrate liegen, kann die Festgeldanlage sinnvoll sein. Sie erlaubt dir, relativ risikoarm Ersparnisse zu „parken“, auf die du kurz- bis mittelfristig verzichten kannst.

Um höhere Renditen zu erzielen und langfristig Vermögen aufzubauen, kommst du jedoch auch im aktuellen Zinsumfeld nicht darum herum, in chancenreichere Anlageklassen wie Aktien, ETFs und Fonds zu investieren. Allerdings sind die Risiken im Wertpapier deutlich höher als bei der Festgeldanlage und reichen im schlimmsten Fall bis zum Totalverlust deines eingesetzten Kapitals.

Wenn du noch Fragen zu den Themen Anlegen und Investieren hast, kannst du gerne unsere Kundenbetreuer kontaktieren – per Telefon unter 04106 – 708 25 00 oder über unser Kontaktformular. Unsere Kundenbetreuer sind rund um die Uhr für dich erreichbar – 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag.

Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital.

Autor
comdirect Redaktion
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