Der Deutsche Aktienindex (DAX) wurde 1988 aufgelegt. Aus dem DAX hat sich eine komplette Indexfamilie mit MDAX, TecDAX und SDAX entwickelt. Der DAX gilt als wichtigster Aktienindex in Deutschland, denn er bildet die Wertentwicklung der 40 größten und liquidesten Unternehmen in Deutschland ab. Wir erklären, was ein Aktienindex eigentlich ist und wie der DAX funktioniert. Zudem zeigen wir, welche Unternehmen im DAX vertreten sind und welche weiteren Indizes zur DAX-Familie gehören.t.
Was genau ist der DAX?
Der DAX (Abkürzung für Deutscher Aktienindex) ist heute der bekannteste und wichtigste Aktienindex in Deutschland. Er wurde im Juli 1988 aufgesetzt und wird heute von der Deutschen Börsen AG aufgelegt. Seit September 2021 bildet er die 40 umsatzstärksten Unternehmen an der Deutschen Börse ab. Diese 40 Unternehmen machen mittlerweile mehr als 75 % des deutschen Aktienhandels aus. Zur DAX-Familie zählen neben dem DAX auch der MDAX, der SDAX und der TecDAX.
Gut zu wissen: Die Aktien von DAX-notierten Unternehmen werden häufig auch als Blue Chips bezeichnet.
Was ist ein Aktienindex einfach erklärt?
Ganz allgemein bildet ein Index die Entwicklung bestimmter Werte ab. Das können beispielsweise Aktien oder Anleihen sein. Ein Aktienindex gilt als Barometer für bestimmte Wertpapiere eines Landes, einer Branche oder einer bestimmten Warenklasse. Der DAX bildet als Index beispielsweise die Entwicklung der 40 größten und liquidesten Unternehmen in Deutschland ab.
Bei Aktienindizes unterscheidet man zwischen dem Kurs- und Performance-Index. Der DAX ist per Definition ein Performance-Index, bei dem die Dividenden berücksichtigt werden. Das bedeutet: Bei der Berechnung eines Performance-Index wird unterstellt, dass Dividenden und andere Ausschüttungen sofort wieder investiert werden. Bei Kursindizes wie dem Dow Jones oder dem Euro STOXX werden dagegen Dividenden nicht mitberechnet. Deshalb fällt ihr Plus systematisch kleiner aus als beim Performance‐DAX.
Gut zu wissen: Für den Vergleich mit Kursindizes sollten Anleger den Kursindex des DAX nutzen, der von der Deutschen Börse ebenfalls berechnet wird. Die Renditedifferenz fällt dann deutlich kleiner aus.
Wie errechnet sich der DAX-Wert?
Der DAX-Wert wird in Punkten angegeben. Die Berechnung des Punktwertes erfolgt nach einer für Laien komplizierten Formel. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass bei der Berechnung nicht nur die Kurswerte der 40 enthaltenen Aktien einbezogen werden, sondern auch die Gewichtung der einzelnen DAX-Unternehmen. Dafür spielt der Streubesitz eine wichtige Rolle. Unter Streubesitz versteht man den Anteil frei handelbarer Aktien eines Unternehmens, die nicht von Großaktionären gehalten werden und somit auch für Privatpersonen frei handelbar sind. Je höher dieser Wert ist, desto höher wird das Unternehmen bei der Berechnung des DAX-Wertes gewichtet. Allerdings ist der Streubesitzanteil für die Gewichtung auf 10 % begrenzt, um den Einfluss bei der Berechnung des DAX-Wertes nicht ausufern zu lassen.
Gut zu wissen: Seit 2016 beginnt die Berechnung der DAX-Wert an jedem Börsentag um 09:06 MEZ/MESZ. Liegt zu diesem Zeitpunkt noch kein neuer Kurswert eines Unternehmens vor, wird der Schlusskurs des Vortrags verwendet. Zudem wird der DAX seit 2006 sekündlich berechnet und gilt deshalb auch als Realtime-Index.
Welche Bedeutung hat der DAX?
Der Deutsche Aktienindex gilt mittlerweile als Leitindex in Deutschland und wird von nationalen und internationalen Anlegern und Medien als Indikator für den deutschen Aktienmarkt gesehen. Steigt der DAX, geht es der deutschen Wirtschaft gut. Fällt der DAX hingegen, sinkt auch die Wirtschaftskraft. Häufig wird der DAX deshalb auch als Börsenbarometer bezeichnet.
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Zusammensetzung des DAX
Der DAX enthält seit September 2021 40 statt bisher 30 Aktien und ist ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Index. Das bedeutet: Zur Berechnung des Indexwertes gehen die 40 wichtigsten Aktien gemäß dem Gesamtwert der jeweils frei handelbaren Aktien ein. Kursbewegungen bei DAX‐Schwergewichten wie SAP, Linde, Siemens oder Allianz haben somit weit mehr Einfluss auf die DAX‐Entwicklung als Kurssprünge bei den kleineren Vertretern wie Covestro oder HeidelbergerCement. Zudem wird die Zusammensetzung zweimal jährlich (im März und September) überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Im DAX enthaltene Unternehmen
| Adidas | Deutsche Börse | Porsche AG |
| Airbus | Deutsche Post | Porsche Automobil |
| Allianz | Deutsche Telekom | QIAGEN |
| BASF | E.ON | Rheinmetall |
| Bayer | Fresenius Medical Care | RWE AG |
| Beiersdorf | Hannover Rück | SAP SE |
| BMW | Heidelberg Materials | Sartorius Vz |
| Brenntag | Henkel AG Vz | Siemens |
| Commerzbank | Infineon Technologies | Siemens Energy |
| Continental | Mercedes-Benz Group | Siemens Healthineers |
| Covestro | Merck | Symrise |
| Daimler Truck Holding | MTU Aero Engines | Volkswagen Vz |
| Deutsche Bank | Münchner Rück | Vonovia SE |
| Zalando |
Die 5 Aktien im DAX mit dem höchsten Indexgewicht
- SAP
- Linde
- Siemens
- Deutsche Telekom
- Allianz
Stand 06.09.2021; Quelle: comdirect.de
Was ist die DAX‐Indexfamilie?
Neben dem DAX zählen 3 weitere Indizes zur Indexfamilie: der TecDAX, der MDAX und der SDAX. Die enthaltenen Aktien werden regelmäßig überprüft und so kommt es bei allen Indizes immer wieder zu Auf- und Abstiegen einzelner Unternehmen. Im Gegensatz zum DAX werden TexDAX, MDAX und SDAX allerdings viermal jährlich überprüft. Für alle Indizes der DAX‐Familie gilt: Sie werden, wie der DAX selbst, nach Marktkapitalisierung im Streubesitz in 2 Varianten berechnet – als Performance‐Index (Standard) und als Kursindex.
Gut zu wissen: Unternehmen können in mehreren Indizes, also beispielsweise im DAX und im TecDAX, gelistet sein.
Was ist der MDAX?
Der MDAX (Midcap DAX) enthält die 50 Aktien, die nach ihrem Handelsvolumen und ihrer Marktkapitalisierung auf die DAX-Aktien folgen. Der M-Dax wird deshalb häufig auch als 2. Liga betitelt. Vertreten sind mittelgroße deutsche Unternehmen – wie etwa exportorientierte Industrieunternehmen (z. B Maschinenbauer und Autozulieferer). Zudem sind auch die Branchen Energie und Immobilien stark vertreten.
Die 5 Aktien im MDAX mit dem höchsten Indexgewicht
- Beiersdorf
- Hannover Rück
- Carl Zeiss Meditec
- Knorr-Bremse
- Symrise
Stand 06.09.2021; Quelle: comdirect.de
Was ist der SDAX?
Die 3. deutsche Börsenliga heißt SDAX (Small-Cap-DAX). Seit September 2018 enthält der SDAX 70 Werte, die dem MDAX nach Umsatz und Marktkapitalisierung folgen. Oft sind hier alteingesessene Familienunternehmen notiert, die irgendwann den Weg an die Börse gesucht haben. Ein Beispiel dafür ist Fielmann. Zum SDAX gehört aber auch das außerhalb der Börsenwelt bekannteste Indexmitglied Borussia Dortmund.
Gut zu wissen: Ähnlich wie beim MDAX dürfte auch der SDAX künftig durch seine Neuzugänge volatiler werden, weil Kurschwankungen bei jungen Hightech‐Unternehmen tendenziell stärker ausfallen als bei etablierten Mittelständlern aus traditionellen Branchen.
Die 5 Aktien im SDAX mit dem höchsten Indexgewicht
- Vantage Towers
- Traton
- Talanx
- DWS Group
- RTL Group
Stand 06.09.2021; Quelle: comdirect.de
Was ist der TecDAX?
Technologisch ausgerichtete Unternehmen aus den Sektoren der neuen Energien oder Biotechnologie, Software oder Hightech haben ihre Heimat im TecDAX. Er enthält 30 Unternehmen und ist das jüngste Segment der DAX‐Familie. Er wurde 2003 zunächst als Nachfolger des NEMAX 50 eingeführt und enthielt damals nur Aktien, die in keinem anderen Index vertreten waren. Der TecDAX hatte in der Vergangenheit die stärksten Ausschläge nach oben und unten. Künftig wird sich der Charakter des TecDAX ändern, weil er jetzt alle Technologiewerte repräsentiert – unabhängig von der Unternehmensgröße.
Die 5 Aktien im TecDAX mit dem höchsten Indexgewicht
- SAP
- Deutsche Telekom
- Siemens Healthineers
- Infineon
- Sartorius Vz
Stand 06.09.2021; Quelle: comdirect.de
Die wichtigsten deutschen Indizes auf einen Blick
Fazit: Der DAX hat auch international Bedeutung erlangt
Als zusätzlicher Aktienindex sollte der DAX bei seiner Auflegung nur die bestehenden Indizes ergänzen. Mittlerweile hat er sich aber zum deutschen Leitindex entwickelt und auch international an Bedeutung gewonnen. Auch Privatanleger können den DAX nutzen, um beispielsweise ein Stimmungsbild der deutschen Wirtschaft abzulesen. Zudem werden immer wieder Änderungen am DAX und der Indexfamilie vorgenommen. So wurden beispielsweise im September 2021 10 weitere Unternehmen in den DAX aufgenommen – der MDAX hingegen von 60 auf 50 Unternehmen gekürzt. Für eine bessere internationale Vergleichbarkeit wurde vor einigen Jahren auch die Doppelnotierung in verschiedenen Indizes der DAX-Familie erlaubt. Denn dies war bei international bekannten Indizes schon länger der Fall.
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