Geldanlagen bergen Risiken
Ein Akrobatikpaar bei Sonnenuntergang am Strand
Ein Akrobatikpaar bei Sonnenuntergang am Strand
© alexeg84 via Adobe Stock

Cost-Average-Effekt – einfach erklärt

  • Den Cost-Average-Effekt bezeichnet man auch als Durchschnittskosteneffekt.
  • Wenn du regelmäßig einen festen Betrag anlegst, erzielst du einen Durchschnittskurs.
  • Eine höhere Rendite ist trotz Cost-Average-Effekt nicht garantiert.
  • Dennoch kann die langfristige Geldanlage, z. B. mit Sparplan, sinnvoll sein.

Definition: Was versteht man unter dem Cost-Average-Effekt?

Wertpapiere, wie Aktien, Anleihen, Fonds oder ETFs, schwanken im Wert – das heißt, dass ihre Kurse mal steigen und mal fallen. Wenn du regelmäßig einen festen Betrag an der Börse anlegst, kaufst du also immer eine unterschiedliche Menge an Anteilen: Bei hohen Kursen erwirbst du weniger Anteile, bei niedrigen Kursen mehr. Langfristig erzielst du hierdurch einen Durchschnittspreis, der über dem günstigsten, aber auch unter dem höchsten Preis liegt. Man spricht dabei vom Cost-Average-Effekt oder Durchschnittskosteneffekt. Die Annahme ist, dass du dadurch wahrscheinlich eine höhere Rendite erreichst, als wenn du regelmäßig dieselbe Anzahl von Anteilen kaufen oder denselben Betrag einmalig investieren würdest.

Was versteht man unter dem Kostendurchschnittseffekt beim Kauf von Fonds und ETFs?

Um vom Cost-Average-Effekt zu profitieren, kannst du z. B. mit einem Wertpapier-Sparplan regelmäßig einen festen Sparbetrag in einen Fonds oder einen ETF investieren.

Nehmen wir an, du richtest einen monatlichen Sparplan über 50 Euro ein. Du erwirbst nun jeden Monat für diesen Betrag eine bestimmte Anzahl von Fondsanteilen. Da diese im Wert schwanken, bekommst du mit jedem Kauf eine unterschiedliche Menge an Anteilen. Der Cost-Average-Effekt besagt, dass du langfristig einen Durchschnittspreis erzielst, der wahrscheinlich günstiger ist als bei der Einmalanlage oder dem regelmäßigen Kauf einer festen Stückzahl von Anteilen.

Beispiel: Wie berechnet man den Cost-Average-Effekt?

Um den Cost-Average-Effekt anhand eines Beispiels zu berechnen, gehen wir von 2 einfachen Szenarien aus. In Rechenbeispiel 1 kauft ein Anleger 5-mal in Folge jeden Monat 1 Anteil von Fonds A. In Rechenbeispiel 2 investiert der Anleger 5-mal in Folge eine monatliche Sparrate von 50 Euro in denselben Fonds. Am Ende erzielen beide einen Durchschnittspreis pro Anteil, der sich miteinander vergleichen lässt.

Cost-Average-Effekt: Rechenbeispiel 1

MonatKursAnzahl der Anteile
125 Euro1
250 Euro1
340 Euro1
425 Euro1
550 Euro1

Anleger 1 kauft 5 Monate lang jeweils 1 Anteil und zahlt für seine 5 Anteile insgesamt 190 Euro. Der Durchschnittspreis pro Anteil liegt bei 38 Euro.

Cost-Average-Effekt: Rechenbeispiel 2

MonatKursAnzahl der Anteile
125 Euro1
250 Euro1
340 Euro1,25
425 Euro2
550 Euro1

Anleger 2 investiert 5 Monate lang 50 Euro und erwirbt für 250 Euro insgesamt 6,25 Anteile. Der Durchschnittspreis der Fondsanteile liegt gerundet bei 34,48 Euro. In diesem Fall ergibt sich für Anleger 2 durch den Cost-Average-Effekt ein günstigerer Kurs pro Anteil gegenüber dem regelmäßigen Kauf einer gleichbleibenden Menge an Anteilen.

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Kritik: Wurde der Cost-Average-Effekt widerlegt?

Der Cost-Average-Effekt ermöglicht nach Auffassung vieler Experten keine durchschnittlich höhere Rendite als ein einmaliges Investment. Manche Kritiker sprechen sogar von einem Marketingtrick von Finanzberatern. Im Folgenden stellen wir dir die 3 wichtigsten Kritikpunkte am Cost-Average-Effekt vor.

Konstante Kursentwicklung schwächt Effekt ab

Ein Gegenargument lautet, dass sich der Cost-Average-Effekt abschwächt, wenn sich die Kurse über einen längeren Zeitraum konstant in eine Richtung entwickeln – also langfristig steigen oder sinken. Bei dauerhaften Kursrückgängen erwirbst du nämlich einerseits immer mehr Anteile, die aber andererseits kontinuierlich an Wert verlieren. Bei konstant steigenden Kursen kaufst du umgekehrt immer weniger Anteile ein, was ebenfalls zulasten der Rendite gehen kann.

Höhere Rendite ungewiss

Kritiker des Cost-Average-Effekts weisen zudem darauf hin, dass sich mit einem Sparplan im Vergleich zur Einmalanlage nicht immer eine höhere Rendite erzielen lässt. Nehmen wir an, du hättest den angesparten Betrag von 250 Euro aus Rechenbeispiel 2 einmalig in Monat 1 oder Monat 4 angelegt. Dann hättest du insgesamt 10 Anteile zu einem Kurs von 25 Euro erworben – also mehr Anteile zu einem deutlich günstigeren Kurs. Das bedeutet Folgendes: Wenn du den richtigen Einstiegszeitpunkt wählst, fährst du mit einer Einmalanlage möglicherweise besser.

Icon Ausrufezeichen

Market-Timing – also den richtigen Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren zu finden – ist selbst für Profis nicht immer ganz einfach. Manche Experten sprechen sogar von „Hellseherei“. Mit einem monatlichen Wertpapier-Sparplan kannst du das Timing-Problem zeitlich strecken, indem du dein Geld regelmäßig in Tranchen anlegst.

Opportunitätskosten

Ein Grund, warum beim gestaffelten Investieren per Sparplan die Wahrscheinlichkeit besteht, dass du im Vergleich zur Einmalanlage auf Erträge verzichten musst, sind die Opportunitätskosten.

Als Opportunitätskosten bezeichnet man im Finanzjargon die Erträge, die dir potenziell dadurch entgehen, dass du nicht an der Börse investiert bist. Wenn du einen Teil deines ersparten Geldes zurückhältst, um es in Erwartung des Cost-Average-Effekts in Tranchen zu investieren, verzichtest du auf die Chance, zwischenzeitlich mit deinem Geld eine Rendite zu erwirtschaften – auch wenn das selbstverständlich nicht garantiert ist. Je nach Zinslage kann es sich daher anbieten, das zurückgehaltene Geld auf einem Tagesgeldkonto zu parken. So kannst du flexibel auf dein Geld zugreifen und es besteht die Möglichkeit, auch mit diesem Geld eine Rendite zu erzielen.

Was sind die Vor- und Nachteile des Cost-Average-Effekts?

Pro Cost-Average-Effekt

  • Günstiger Durchschnittskurs:
    Wenn der Cost-Average-Effekt eintritt, erzielst du bei einer Investition in stark schwankende Wertpapiere einen relativ günstigen Durchschnittskurs für die erworbenen Anteile.
  • Kein Timing-Problem:
    Wenn du dein Geld langfristig regelmäßig an der Börse anlegst, vermeidest du das Problem, den richtigen Einstiegszeitpunkt finden zu müssen.
  • Geringere Schwankungsbreite:
    Mit dem Cost-Average-Effekt reduzierst du die Schwankungsbreite deines Investments. Diese ist der Bereich, in dem der Wert deiner erworbenen Anteile steigt und sinkt.

Contra Cost-Average-Effekt

  • Wirkung schwächt sich ab:
    Bei konstant steigenden bzw. sinkenden Kursen, aber auch bei einem sehr langen Anlagehorizont schwächt sich der Cost-Average-Effekt ab.
  • Verzicht auf den besten Zeitpunkt:
    Wenn du dein Geld regelmäßig gestaffelt anlegst, verzichtest du auf die Chance, zum bestmöglichen Zeitpunkt in den Markt einzusteigen.
  • Opportunitätskosten:
    Wenn du mit deinem Geld nicht an der Börse investiert bist, weil du über einen längeren Zeitraum gestaffelt anlegen willst, verpasst du die Chance, zwischenzeitlich Erträge zu erzielen.

Warum sollte man langfristig investieren?

Ob Sparplan oder Einmalanlage – es gibt verschiedene Gründe, warum die langfristige Geldanlage für dich infrage kommen kann.

Altersvorsorge

Vielleicht ist Sparen fürs Alter für dich ein Thema, weil du Student oder Berufseinsteiger bist oder Möglichkeiten zur Altersvorsorge für Selbstständige suchst. In all diesen Fällen verfolgst du wahrscheinlich einen langfristigen Anlagehorizont, um Vermögen aufzubauen.

Im comdirect Magazin erfährst du alles, was du wissen musst, um sofort mit der Altersvorsorge mit Fonds zu starten.

Zinseszinseffekt

Zeit ist ein wichtiger Faktor, wenn du bei der Geldanlage vom Zinseszinseffekt profitieren willst – denn wenn dieser Effekt greift, steigt der Wert deines angelegten Kapitals umso stärker, je früher du mit dem Investieren beginnst.

Kurseinbrüche aussitzen

Das sprichwörtliche Auf und Ab an den Börsen führt dazu, dass dein angelegtes Geld im Wert schwankt. Mit der langfristigen Geldanlage kannst du vorübergehende Kurseinbrüche aussetzen und an deinem Anlageziel festhalten.

Renditechancen erhöhen

Wenn du breit gestreut und langfristig an der Börse investierst, steigt die Chance, dass du mit deinem Investment eine Rendite erzielst. Das DAX-Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt, dass du mit einer Buy-and-Hold-Strategie auf DAX-Aktien in der Vergangenheit stets eine Rendite erzielen konntest. Beachte jedoch, dass sich aus solchen Statistiken keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung deiner Geldanlage ziehen lassen.

In was sollte man langfristig investieren?

Für die langfristige Geldanlage stehen dir verschiedene Möglichkeiten offen. Im Folgenden haben wir dir die 4 wichtigsten Assetklassen aufgelistet, die bei einem langfristigen Anlagehorizont infrage kommen und zudem sparplanfähig sind. Beachte jedoch, dass jedes Investment an der Börse mit teilweise erheblichen Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust des angelegten Geldes verbunden ist.

  • Aktien
  • Anleihen
  • Fonds
  • ETFs

Mit cominvest – dem Robo-Advisor von comdirect – kannst du dein Geld langfristig mit einer Strategie investieren, die zu deinem Anlegertyp passt.

Fazit: Cost-Average-Effekt – geringere Schwankungen, aber nicht unbedingt höhere Rendite

Der Cost-Average-Effekt wird häufig als einer der Vorteile der langfristigen Geldanlage mit Sparplan beworben – denn sofern dieser Effekt eintritt, erzielst du damit einen relativ günstigen Durchschnittspreis für die erworbenen Anteile.

Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass du durch gestaffeltes Investieren im Vergleich zur Einmalanlage oder zum regelmäßigen Kauf einer bestimmten Stückzahl von Anteilen auch eine höhere Rendite erwirtschaftest. Grundsätzlich kann es dennoch sinnvoll sein, regelmäßig einen festen Betrag in Wertpapiere zu investieren – gerade, wenn du nicht über das nötige Kapital für eine größere Einmalanlage verfügst.

Wenn du noch Fragen zu den Themen Anlegen und Investieren hast, kannst du gerne unsere Kundenbetreuer kontaktieren – per Telefon unter 04106 – 708 25 00 oder über unser Kontaktformular. Unsere Kundenbetreuer sind rund um die Uhr für dich erreichbar – 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag.

Autor
comdirect Redaktion
Finanzen selbstbestimmt – Finanzthemen müssen nicht kompliziert sein. Unsere Expertinnen und Experten fassen hier alles Wissenswerte rund um die Themen Anlegen & Investieren zusammen, damit du eigenständig Finanzentscheidungen treffen kannst.
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