Core Satellite Strategie Solides Kerninvestment mit persönlicher Note

Eine Familie sitze auf dem Boden und spielt mit Bauklötzen.
© AsiaVision via Getty Images/ iStockphoto

Strategien und Modelle zur Wertpapieranlage gibt es viele. Die Core-Satellite-Strategie kann vor allem für ETF-Anleger interessant sein. Die Basis bilden dabei breit streuende Kernanlagen. Hinzu kommen beim Core-Satellite-Ansatz kleinere Anteile risikoreicherer Fonds, die helfen sollen, zusätzliche Erträge zu erwirtschaften und individuelle Präferenzen abzubilden. Vor der entsprechenden Aufstellung des eigenen Portfolios lohnt sich ein Blick auf alle Vor- und Nachteile der Core-Satellite-Strategie.

Was ist die Core-Satellite-Strategie?

Die Core-Satellite-Strategie soll passives und aktives Handeln sinnvoll miteinander verbinden und für größtmögliche Sicherheit und Rendite sorgen. Der Begriff soll unterstreichen, dass es bei dem Ansatz einen Kern (Core) und verschiedene Einzelanlagen (Satellite) gibt. Entsprechend wird das Depot in 2 Gruppen aufgeteilt:

  • Kernanlagen (Core)
  • Einzelanlagen (Satellite)

Die Kernanlagen sollen dem Depot die nötige Stabilität verleihen. Der Fokus liegt daher auf breit streuenden Investments, die im Portfolio oft mit bis zu 80 Prozent und damit sehr hoch gewichtet sind. Ganz im Sinne des Buy-and-Hold-Ansatzes wird mit Kernanlagen außerdem nicht auf kurzfristige und riskante Kurswetten gesetzt. Durch solch ein passives Management erhoffen sich Anleger eine nachhaltige Rendite vor allem für spätere Zeiten. Kernanlagen können beispielsweise als Altersvorsorge dienen – vorausgesetzt die Anlagen fahren über einen längeren Zeitraum stattliche Gewinne ein. Die Kernanlagen bilden das Fundament des Portfolios nach dem Core-Satellite-Ansatz mit dem Ziel einer stabilen und langfristigen Wertentwicklung.

Die um diesen Kern herum ausgewählten Einzelanlagen sollen zusätzliches Ertragspotenzial bieten und als Renditeschub im Depot dienen. Doch die Aussicht auf höhere Renditen ist meist auch mit einem deutlich höheren Risiko verbunden – gelegentlich kommt es auch zu Totalverlusten. Der Anteil an eher spekulativen Einzelanlagen ist im Core-Satellite-Portfolio daher üblicherweise gering und liegt in vielen Fällen bei etwa 20 Prozent. Je nach Risikobereitschaft des Anlegers kann die Gewichtung zwischen Kern- und Einzelanlagen aber durchaus variieren.

Aufteilung der Core-Satellite-Strategie nach Core und Satelliten.
Die Core-Satellite-Strategie besteht aus einem Kern (Core) und mehreren Bausteinen (Satelliten).

Gut zu wissen: Die Idee des Core-Satellite-Portfolios, passives und aktives Handeln zu einer gemeinsamen Strategie zu vereinen, existiert bereits seit den 1970er Jahren. US-amerikanische Ökonomen schlugen vor, den breiten Markt über einen Indexfonds abzudecken. Markt-Timing und Analyse sollte dagegen auf Einzelaktien in Nischenmärkten angewendet werden. Da ETFs bzw. börsengehandelte Indexfonds aber erst einige Jahre später auf dem Markt erschienen, konnte sich die Idee zunächst nicht durchsetzen.

Core-Satellite-Strategie in der Praxis

Der Core-Satellite-Ansatz ist heute vor allem dank der großen Anzahl an unterschiedlichen ETFs eine beliebte Anlagestrategie. Denn für den Kern eines Core-Satellite-Portfolios kommen beispielsweise ETFs und andere Investmentfonds infrage, die in Aktien aus verschiedenen Ländern mit entwickelten Märkten und Unternehmen investieren. Auch Fonds, die speziell in dividendenstarke Titel investieren oder Anleihen von Staaten und Unternehmen mit guter Kreditwürdigkeit sind bei Anlegern beliebte Optionen für den Core-Anteil im Depot – ebenso wie KomfortFonds. Dabei handelt es sich um eine Anlage, die so breit gestreut ist, dass Chancen und Risiken ausbalanciert werden.

Gut zu wissen: Von einer Asset Allocation, auch Anlageaufteilung genannt, spricht man bei einer Verteilung des Vermögens auf die verschiedenen Anlageklassen (z.B. ETFs, Aktien, Fonds und Rohstoffe).

Bei der Wahl der richtigen Satelliten spielen neben Kenntnissen der Aktienmärkte auch die persönliche Risikobereitschaft sowie die individuelle Einstellung und Themenorientierung entscheidende Rollen. Grundsätzlich können sich wachstumsstarke Regionen, einzelne Branchen, Anlagethemen und Anlageklassen wie Rohstoffe anbieten. Jedoch sind fundierte Analysen vor jedem einzelnen Investment sinnvoll, denn viele der für den Satellite-Anteil infrage kommenden Märkte unterliegen teils starken Kursschwankungen, was zu enormen Verlusten führen kann.

Überschneidungen mit Werten im Core-Anteil sind übrigens nicht auszuschließen. Ganz im Gegenteil: Bei den Einzelanlagen kann es mitunter um eine bewusste Dopplung bzw. Übergewichtung einzelner Branchen oder Ländern gehen, bei denen die Aussicht auf Rendite vielversprechend ist. Dadurch erhöht sich allerdings automatisch auch das Klumpenrisiko, das immer dann entsteht, wenn Anleger sehr einseitig vorgehen und ihre Anlagen nicht im Sinne einer Asset Allocation strukturieren.

„Gerade Einsteiger können mittels eher defensivem Basisinvestment plus Beimischungen, die eigenen Präferenzen der Geldanlage (z.B. laufende Erträge) und vor allem auch persönlichen Motive (z.B. Umwelt- und Klimaschutz) abbilden und die eigene Geldanlage individualisieren.“

René Louis Delrieux, Produktmanager Investing
Aufteilung der Core-Satellite-Strategie nach einem Weltportfolio und einzelnen ETFs.
Mit einem Weltportfolio und mehreren ETFs lässt sich die Core-Satellite-Strategie umsetzen.

Gut zu wissen: Die Core-Satellite-Strategie lässt sich in der Praxis sowohl mit Einmalinvestments als auch mit Wertpapier-Sparplänen umsetzen. Dabei können Sie Ihre zur Verfügung stehende Rate auf mehrere Sparpläne aufteilen und so verschiedene Anlageklassen, Regionen oder Branchen berücksichtigen. Mit der Methode können Sie außerdem die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt (Markt-Timing) umgehen.

Vor- und Nachteile der Core-Satellite-Strategie

Eine breite Streuung im Stil der Core-Satellite-Strategie kann dazu beitragen, das Risiko im Depot zu reduzieren. Doch Wertpapiere wie Aktien oder Investmentfonds unterliegen grundsätzlich immer einem hohen Risiko. Garantien für künftige Renditen gibt es keine, Kursverluste können genauso plötzlich eintreten. Darüber hinaus hat die Finanzkrise Anlegern auf der ganzen Welt vor Augen geführt, dass in außergewöhnlichen Zeiten sämtliche Anlageklassen fallende Kursnotierungen verzeichnen können – egal wie vermeintlich sicher die Anlage war. Vor einem Investment nach dem Core-Satellite-Prinzip sollten sich Anleger daher neben den Vorteilen immer auch über die möglichen Risiken der Strategie informieren.

Mögliche Vorteile der Core-Satellite-StrategieMögliche Nachteile der Core-Satellite-Strategie
Risikominimierung ist durch hohe Gewichtung breit streuender Kernanlagen möglich, aber nicht garantiert.Verlustrisiko bleibt bei Aktiengeschäften immer bestehen – auch bei breiten Kernanlagen.
Einzelanlagen können in starken Wirtschaftszeiten als Renditeschub dienen.Einzelanlagen können nicht nur bei schwacher Wirtschaftslage und Krisen starke Verluste einfahren.
Auswahl der Kernanlagen erfordert dank Diversifikation nur geringfügige Kenntnisse.Auswahl der Einzelanlagen setzen strategische Markteinschätzung und Wissen voraus.
Einzelanlagen ermöglicht individuelle Übergewichtung oder mehr Diversifikation.Bewusste Dopplungen bzw. Übergewichtungen erhöhen das Klumpenrisiko.
Core-Satellite-Strategien, die auf wenige ETFs setzen, sind in einigen Fällen kostengünstig.Mehrere Einzelanlagen auf exotische Märkte können die Kosten in die Höhe treiben.

Bei den beschriebenen Vor- und Nachteilen handelt es sich im Grunde um vermeintliche Szenarien. Denn ob beispielsweise Einzelanlagen als Renditeschub taugen oder eher zu Verlusten beitragen, kann im Vorfeld niemand voraussagen. Ob die Vor- oder die Nachteile einer Core-Satellite-Strategie überwiegen, hängt von vielen Faktoren wie der zukünftigen Wirtschaftslage und der persönlichen Kapitalmarkt-Erfahrung ab. Fest steht: Wertpapiere wie Aktien unterliegen grundsätzlich einem erheblichen Marktrisiko. Vor einem Investment nach dem Core-Satellite-Prinzip sollten sich Anleger daher genau mit den Risiken der jeweiligen Anlagemöglichkeiten auseinandersetzen.

Fazit zur Core-Satellite-Strategie für Anleger

Die Umsetzung eines Portfolios nach dem Core-Satellite-Ansatz mit ETFs ist eine Methode, die sowohl den Sicherheitsgedanken eines Investments berücksichtigen als auch die Renditeaussichten steigern soll. Ob das in der Praxis gelingt, hängt maßgeblich von der Auswahl der Einzelanlagen ab. Mit einer immer größeren Auswahl an Nischenmarkt-Optionen wie Branchen-ETFs können Anleger ihren Core-Anteil zwar frei nach Belieben zusammenstellen, benötigen aber mitunter spezifische Kenntnisse über Megatrends und andere Marktbereiche. Wer über kein breites Aktienwissen verfügt oder einfach nur das zusätzliche Risiko scheut, ist mit reinen Kernanlagen womöglich besser bedient.

Mit einem Depot der comdirect können Sie Ihre persönliche Core-Satellite-Strategie und andere Möglichkeiten zur Geldanlage kostengünstig und einfach umsetzen. Für jedes Vorhaben bieten wir passende Top-Preis ETFs und Top-Preis-Fonds. Kontaktieren Sie bei Fragen auch unsere Kundenbetreuer per Telefon, Kontaktformular oder Live-Chat.

Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab. Die Rechtsgrundlagen für die Besteuerung von Kapitaleinkünften können sich ändern. Die comdirect bank AG übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen auf dem Gebiet des Steuerrechtes. Die zur Verfügung gestellten Informationen ersetzen keine persönliche Steuer- oder Rechtsberatung.

Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Wertpapieren in ausländischer Währung kann es zu Wertverlusten durch Wechselkursveränderungen kommen. Dieser Text dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung und keine Anlageempfehlung dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung.