Buy-and-Hold-Strategie Infos und Tipps für Anleger

Eine Frau schwimmt im Neoprenanzug durch den Ozean.
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„Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ So hat Börsenlegende André Kostolany die Buy-and-Hold-Strategie aus seiner Sicht beschrieben. Aber was ist an Kostolanys Aussage dran? In diesem Artikel haben wir die wichtigsten Infos und Tipps zur Buy-and-Hold-Strategie für Sie zusammengestellt. Wir erklären Ihnen, was es mit Buy-and-Hold auf sich hat und wie man diese Anlagestrategie bei Investments in Aktien und ETFs umsetzen kann. Auch auf die Vor- und Nachteile von Buy-and-Hold gehen wir ausführlich ein.

Was bedeutet Buy, Hold und Sell an der Börse?

Um zu verstehen, was es mit der Buy-and-Hold-Strategie auf sich hat, müssen zunächst die englischen Begriffe Buy, Hold und Sell erklärt werden. In der Regel begegnet man ihnen bei Handelsempfehlungen, die Investmenthäuser und Finanzanalysten in Bezug auf bestimmte Aktien aussprechen. Buy („Kaufen“) und Sell („Verkaufen“) sind Empfehlungen, den jeweiligen Titel entweder zu kaufen oder zu verkaufen. Hold („Behalten“) ist weder eine Kauf- noch eine Verkaufsempfehlung – wer die Aktie noch nicht besitzt, sollte laut dieser Empfehlung auch jetzt nicht sein Geld darin anlegen, und wer sie im Portfolio hat, hält auf gut Deutsch am besten einfach die Füße still.

Was ist eine Buy-and-Hold-Strategie?

Das Prinzip der Buy-and-Hold-Strategie steckt schon in der Bezeichnung: kaufen und behalten. Es geht darum, sich beispielsweise Aktien oder ETFs ins Depot zu legen und dort mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte liegenzulassen. Buy-and-Hold gehört zu den eher passiv ausgerichteten Anlagestrategien mit einem vergleichsweise langen Anlagehorizont. Anders als beim Day- oder Swingtrading versucht man bei Buy-and-Hold eben nicht, durch Ausnutzung kurzfristiger Kursschwankungen Gewinne zu erzielen. Auch in Krisenzeiten und bei heftigen Kurseinbrüchen raten Börsenprofis beim Buy-and-Hold, Ruhe zu bewahren und nicht überstürzt zu verkaufen. Fragen des Timings, also des richtigen Zeitpunkts zum Ein- oder Ausstieg, spielen bei dieser Anlagestrategie ebenso wenig eine Rolle wie die kurzfristige Marktmeinung.

Wie kann man die Buy-and-Hold-Strategie umsetzen?

Die Buy-and-Hold-Strategie ist sowohl bei Investments in Aktien als auch in börsengehandelte Indexfonds (ETFs) und vielen anderen Wertpapierarten denkbar. Während Börsenlegenden wie Warren Buffet und André Kostolany beim Buy-and-Hold vor allem auf Einzeltitel setzen, die sie im Sinne des Value-Investing zunächst einer umfangreichen Bewertung unterziehen, hat der US-Investor John Bogle die Buy-and-Hold-Strategie bereits in den 1970er-Jahren mit der langfristigen passiven Geldanlage in möglichst breit gestreute Indizes verknüpft. Viele Anleger setzen für Geldanlage nach der Buy-and-Hold-Strategie auf ETFs.

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Denn angesichts der üblichen Volatilität auf den Finanzmärkten bietet ein langer Anlagehorizont unter Umständen die Möglichkeit, Kursschwankungen nach dem Prinzip des Buy-and-Hold auszusitzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man die Buy-and-Hold-Strategie mit einem einmaligen Investment oder auch mit einem Sparplan umsetzen möchte. Auch eine Investition in Immobilien ist nach dem Prinzip der Buy-and Hold-Strategie denkbar, wenn man gezielt ETFs auf Indizes kauft und hält, die die Wertentwicklung von Aktienfonds (REITs) und Immobilienunternehmen (REOCs) abbilden.

Was sind die Vor- und Nachteile der Buy-and-Hold-Strategie?

So einfach, wie André Kostolany es mit dem eingangszitierten Ausspruch behauptet hat, lässt es sich aber auch mit der Buy-and-Hold-Strategie nicht zu Reichtum kommen. Wie bei allen Anlagestrategien gibt es neben einigen Vorteilen auch hier Nachteile und Risiken, die man als Anleger kennen sollte.

Wie komplex ist die Buy-and-Hold-Strategie?

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Als ein Vorteil wird häufig genannt, dass die Buy-and-Hold-Strategie leicht zu verstehen und auch von Privatanlegern vergleichsweise einfach umzusetzen sei. Das ist grundsätzlich nicht falsch. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass man auch als Buy-and-Hold-Investor gerade bei der Anlage in Einzeltitel nicht darauf verzichten kann, sich im Rahmen einer gründlichen Fundamentalanalyse mit den wichtigsten Aktienkennzahlen auseinanderzusetzen, um einzuschätzen, ob die entsprechende Aktie an der Börse über- oder unterbewertet sein könnte. Einsteiger sollte man sich also zumindest mit den Grundlagen von Aktien auskennen. Zudem sollten Anleger die richtige Zusammenstellung des Portfolios – die sogenannte Asset Allocation – berücksichtigen. Trotz der vergleichsweise geringeren Komplexität sollten Anleger das generelle Risiko einer Wertpapieranlage nicht aus den Augen lassen. Durch unvorhersehbare Ereignisse und Entwicklungen kann es schnell zu Verlusten im Depot kommen.

Wie hoch ist der Aufwand bei der Buy-and-Hold-Strategie?

Auch der „Betreuungsaufwand“ gilt bei der Buy-and-Hold-Strategie als relativ gering, da man Kursschwankungen in der Regel aussitzt, anstatt zu versuchen, diese gewinnbringend für sich auszunutzen. Doch auch das schützt nicht vor Verlusten bis hin zum Totalverlust. Abgesehen vom Rebalancing, das sich unter Umständen anbietet, um die ursprüngliche Zusammensetzung des Depots wiederherzustellen, kann beim Buy-and-Hold die zeitliche, aber auch nervliche Belastung, die mit „aktiven“, auf kurzfristige Renditen ausgelegte Strategien verbunden ist, entfallen.

Ist bei der Buy-and-Hold-Strategie eine hohe Rendite garantiert?

Einfach abwarten und die Entwicklung der Unternehmen, deren Aktien man im Depot hat, zu ignorieren, ist keine Garantie für eine positive Rendite. Schließlich besteht immer das Risiko, dass sich der Wert einer Aktie oder eines Index auch langfristig nur negativ entwickelt und die Einstandskurse nie wieder erreicht werden und dadurch letztlich sogar zum Totalverlust führen. Ein berühmtes Beispiel dafür ist die Telekom-Aktie, die seit ihrem Höchststand um das Jahr 2000 herum um mehr als 70 Prozent gefallen ist, ohne sich davon wieder zu erholen.

Grundsätzlich hat sich die Buy-and-Hold eher bei Aktien oder großen Indizes bewährt. Prinzipiell ist jede Geldanlage mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Daran lässt sich auch mit der Buy-and-Hold-Strategie nicht rütteln.

Ist die Buy-and-Hold-Strategie günstiger als andere Anlagestrategien?

„Hin und Her macht Taschen leer“ lautet eine häufig zitierte Börsenweisheit. Tatsächlich schmälert häufiges Handeln die Rendite, weil mit jedem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren Transaktionskosten anfallen. Dieses häufige Umschichten des Depots soll beim Buy-and-Hold definitionsgemäß wegfallen, sodass die Kosten insgesamt niedriger ausfallen können als bei anderen Investmentstrategien.

Durchhalten fällt manchem Anleger schwer

Ein weiterer Nachteil der Buy-and-Hold-Strategie ist vor allem psychologischer Natur. Gerade Privatanleger haben häufig nicht das Durchhaltevermögen und die Risikobereitschaft, um sich nicht vom täglichen Auf und Ab der Börsen verunsichern zu lassen und auch unvermeidliche Kurseinbrüche auszusitzen.

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Die Vor- und Nachteile der Buy-and-Hold-Strategie im Überblick

VorteileNachteile
Abhängig vom individuellen Anlageverhalten: Geringere Kosten im Vergleich zu anderen Strategien.Erhebliches Risiko gerade bei Einzeltiteln.
Auch für Privatanleger leicht zu verstehen.Ersetzt keine ausführliche Fundamentalanalysen.
Weniger Stress und Zeitaufwand.Durchhalten in Krisenzeiten kann mental anspruchsvoll sein.

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Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste bis zum Totalverlust möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen.