Blue Chips Wie der Börsenhandel mit Aktien großer Unternehmen funktioniert

Eine junge Geschäftsfrau, die einen Laptop bei der Arbeit in ihrem Heimbüro benutzt
© Delmaine Donson via Getty Images/iStockphoto

Blue Chips sind als Aktien großer Unternehmen weltweit bekannt. In Deutschland zählen vor allem die im Deutschen Aktienindex (DAX) vertretenen Aktien dazu. Sie sollen für Stabilität im Depot von Anlegern sorgen. Doch es gibt auch Nachteile, die Sie vor dem Investment berücksichtigen sollten.

Was sind Blue Chips?

Was es mit sogenannten Blue Chips auf sich hat, ist vor allem für unerfahrene Anleger oft nicht ganz klar. Der Grund: Es existiert keine einheitliche Definition für den Begriff. Grundsätzlich sind mit Blue Chips Aktien von Unternehmen gemeint, die eine besonders hohe Marktkapitalisierung aufweisen. Ab welcher Größe ein Unternehmen jedoch Blue-Chips-Aktien besitzt, ist nicht eindeutig geregelt. Fest steht: Ein solches Unternehmen gehört definitiv zu den Schwergewichten am Markt.

Welche Unternehmen gelten als Blue Chip?

In der Regel sind Unternehmen, deren Aktien als Blue Chips gelten, schon lange im Markt vertreten. Darüber hinaus verfügen die Konzerne über eine solide Stabilität und genügend Rücklagen. Das macht sie äußerst widerstandsfähig gegen Unternehmens- und Wirtschaftskrisen. Zu den Blue Chips an der deutschen Börse gehören zum Beispiel BASF, Siemens, Volkswagen und Allianz.

Kennzeichen von Unternehmen mit Aktien, die als Blue Chips gelten:

Die Kennzeichen von Unternehmen, die als Blue Chips eingestuft werden

Welche Rolle spielt die Marktkapitalisierung bei Blue Chips Unternehmen?

Die Marktkapitalisierung ist in der Regel die wesentliche Kennziffer, die über eine Aufnahme in Aktienindizes entscheidet. Die Kennzahl verändert sich beinahe täglich, weshalb es durchaus zu Verschiebungen kommen kann. Bei den meisten als Blue Chips geltenden Unternehmen handelt es sich jedoch um längst etablierte Konzerne, deren Aktien daher auch als Standardwerte bekannt sind.

Gut zu wissen: Der Gesamtwert aller in Umlauf befindlichen Aktien eines börsennotierten Unternehmens entspricht der Marktkapitalisierung.

Woher stammt die Bezeichnung Blue Chips?

Gut zu wissen: Die Bezeichnung „Blue Chips“ stammt von den blauen Jetons, die in Spielcasinos zum Einsatz kommen.

Der Begriff stammt von Oliver Gingold, der Aktien mit Kursen oberhalb von 200 USD im Jahr 1923 als Blue Chips bezeichnete. Im Spielcasino handelt es sich dabei um Jetons mit dem höchsten Wert. In Anlehnung an die Bedeutung der Casino-Chips steht der Börsenbegriff „Blue Chips“ seither für Unternehmen, die aufgrund ihres Umsatzes und der Marktkapitalisierung einen außerordentlich hohen Wert aufweisen. Weitere Bezeichnungen sind mit „Large Caps“ oder „Big Caps“ vor allem im angelsächsischen Raum zu finden.

Vor- und Nachteile von Blue Chips

Aufgrund der soliden Geschäftszahlen und einer stabilen Infrastruktur können Unternehmen mit ihren Blue Chips Stabilität ins Depot von Anlegern bringen. Doch der Handel mit Aktien ist auch im Falle von Blue Chips stets spekulativ. Verluste sind jederzeit möglich. Hinzu kommt, dass große Unternehmen durch Verschiebungen einzelner Branchen durchaus an Marktkapitalisierung einbüßen können. Anleger sollten sich daher über die Vor- und Nachteile von Blue Chips genau informieren.

Auflistung von Vor- und Nachteilen von Blue Chips
Die Vor- und Nachteile von Blue Chips im Überblick.

Kann ich mit ETFs in Blue Chips investieren?

Wer in Blue Chips investieren und so Geld anlegen möchte, hat verschiedene Optionen. Da es sich bei den Blue Chips um die Aktien von bedeutenden Unternehmen handelt, sind diese oft auch in ETFs vertreten. Denn die Fonds bilden ganz einfach den gesamten Index mit seiner jeweiligen Gewichtung nach. So besteht beispielsweise der Dow Jones bereits aus 30 einzelnen Blue Chips. Anleger eines solchen ETFs erhalten also Anteile an allen enthaltenen Blue Chips eines Index. Doch egal, ob Aktien oder ETFs – auch bei Blue Chips bleibt ein Verlustrisiko bis hin zum Totalverlust.

  • In Deutschland sind zahlreiche Blue Chips in einem ETF auf den heimischen DAX vertreten – darunter beispielsweise der Chemiekonzern BASF oder das Softwareunternehmen SAP.
  • Sowohl konjunkturelle Schwankungen als auch unternehmensinterne Maßnahmen jedoch können dazu beitragen, dass einzelne Firmen an Bedeutung und damit an Marktkapitalisierung gewinnen oder verlieren. Das beeinflusst dann mitunter ihren Status als Blue Chip.
  • Einige Fondsgesellschaften bieten zusätzlich eine abgewandelte Variante des Indexfonds an. Er ist in der Regel auf Investoren zugeschnitten, die weniger auf Kursgewinne als auf Dividende setzen. In diesen Blue-Chips-Fonds sind dennoch alle Standardwerte des jeweiligen Indizes enthalten.

Exkurs: Berechnung von Aktienindizes

Gut zu wissen: Aktienindizes unterliegen hinsichtlich ihrer Berechnung unterschiedlichen Grundsätzen. Die Marktkapitalisierung ist dabei nicht immer der entscheidende Faktor.

Bei vielen Indizes werden Unternehmen nicht nach gleichen Maßstäben gewichtet. Während die Marktkapitalisierung beispielsweise bei der Berechnung des Dow Jones keine Rolle spielt, ist sie beim DAX der entscheidende Faktor. Beim Dow Jones haben dagegen Aktien mit einem hohen Kurswert großen Einfluss auf die Entwicklung des Index, der demzufolge preisgewichtet ist.

Fazit zu Blue Chips

Wer in Blue Chips investiert, erwartet in der Regel durch die hohe Nachfrage von institutionellen Investoren mehr Stabilität in seinem Depot. Die Dividenden, die einige Unternehmen ausschütten, stellen außerdem oftmals eine solide Rendite dar. Doch auch vermeintlich etablierte Unternehmen können an Marktkapitalisierung einbüßen und Verluste einfahren. Wie in vielen anderen Fällen des täglichen Börsengeschehens, gibt es also auch bei Blue Chips Vor- und Nachteile.

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