Geldanlage Was ist eine Asset Allocation?

Aufnahme einer jungen Frau beim Surfen im Ozean
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Auf die richtige Mischung kommt es an – das gilt auch bei der Geldanlage. Viele Privatanleger legen bei der Zusammenstellung ihres Portfolios Wert darauf, dass Risiken und Renditechancen möglichst im Einklang stehen. Wie das geht? Mit der sogenannten Asset Allocation. In diesem Artikel erfahren Sie, was Asset Allocation eigentlich heißt, was man darunter versteht und welche Methoden der Assets Allocation es gibt. Zudem zeigen wir die damit verbundenen Vor- und Nachteile.

Was heißt Asset Allocation?

Der Begriff „Asset Allocation“ setzt sich aus den englischen Wörtern für Vermögenswert (Asset) und Allokation (Allocation) zusammen. Als „Assets“ gelten sowohl Geldvermögen wie Bargeld, Geldanlagen oder Wertpapiere als auch Sachvermögen wie zum Beispiel Immobilien. Unter Allokation versteht man allgemein die Zuteilung von Ressourcen zu bestimmten Verwendern oder Verwendungszwecken. Die Asset Allocation definiert sich also als die Zuteilung (oder Allokation) von Vermögen. Tatsächlich spricht man im Deutschen im Zusammenhang mit der Asset Allocation auch von der Vermögensallokation. Weitere Synonyme sind Anlageallokation, Anlageaufteilung, Vermögensstrukturierung oder Portfoliostrukturierung.

Was ist eine Asset Allocation?

Als Definition im Rahmen der Geldanlage beschreibt Asset Allocation die Verteilung des Kapitals auf unterschiedliche Anlageklassen. Mit anderen Worten: Anstatt alles auf eine Karte zu setzen, legen Anleger ihr Geld in verschiedene Finanzinstrumente an. Eine möglichst breite Streuung soll bewirken, dass Risiko und Ertrag sich weitgehend die Waage halten. Dazu machen sich Finanzstrategen zunutze, dass die Erträge verschiedener Assetklassen nicht zusammenhängen und jede Klasse ein unterschiedlich hohes Risiko birgt. Um das zu verstehen, sollte man sich zunächst einen Überblick über die verschiedenen Anlageklassen verschaffen.

Welche Anlageklassen gibt es?

Unter Anlage- oder Assetklassen versteht man Gruppen von Finanzinstrumenten mit ähnlichen Merkmalen in puncto Risiko, Ertragspotenzial und Wertentwicklung. Grob unterteilen lassen sie sich unter anderem in Einlagen, Wertpapiere, Immobilien und Rohstoffe. Anlageklassen schließen sich gegenseitig aus, sind umfassend und ihre Erträge hängen nicht miteinander zusammen. Gerade das letzte Kriterium ist für die Asset Allocation von entscheidender Bedeutung, weil es besagt, dass die Rendite einer Anlageklasse steigen kann, während die Rendite einer anderen Klasse sinkt. Diese Eigenschaft können sich Anleger bei der Zusammenstellung des Portfolios zunutze machen.

Die wichtigsten Anlageklassen auf einem Blick
Die wichtigsten Anlageklassen auf einem Blick.

Asset Allocation und Korrelation

Um von den möglichen Vorteilen der Asset Allocation zu profitieren, sollten Anleger wissen, welche Wechselwirkungen oder Korrelationen zwischen einzelnen Anlageklassen bestehen. Denn im besten Fall strukturieren Anleger das Portfolio so, dass die Verluste einer Anlageklasse durch Gewinne einer anderen ausgeglichen werden. Dies setzt voraus, dass das Geld in Assetklassen investiert wird, die negativ korrelieren – was nichts anderes bedeutet, als dass sie sich gegenläufig zueinander verhalten. Ein Beispiel: In einer Krise wie der Corona-Pandemie kommt es an den Börsen häufig zu einem Crash oder zumindest zu erheblichen Kursschwankungen. Gold gilt hingegen traditionell als sicherer Hafen, in den sich viele Anleger in Krisenzeiten flüchten, um ihr Vermögen zu schützen. Während die Aktienkurse fallen, steigt also in der Regel der Goldpreis – auch wenn es für diese Entwicklungen selbstverständlich keine Garantie gibt und auch bei vermeintlich sicheren Anlageklassen Verlustrisiken bestehen.

Wie funktioniert eine Asset Allocation mit ETFs?

Eine Möglichkeit, das Vermögen auf verschiedene Anlageklassen aufzuteilen, ist die Investition in börsengehandelte Indexfonds, kurz: ETFs. Sie gelten als breit gestreute Form der Geldanlage und bieten sich deshalb an, um das eigene Portfolio zu diversifizieren. Mit verschiedenen ETFs auf Aktien und Anleihen, aber auch mit Rohstoff- oder Branchen-ETFs können Sie einerseits Ihr Portfolio insgesamt für eine möglichst breite Risikostreuung diversifizieren – andererseits haben Sie die Möglichkeit, sich auch innerhalb der jeweiligen Anlageklasse breiter aufzustellen. Trotz der breiteren Streuung müssen Sie jedoch auch bei einer Investition in ETFs immer mit Wertschwankungen und sogar Verlusten rechnen.

Welche Methoden der Asset Allocation gibt es?

Grundsätzlich gilt, dass die Portfoliostrukturierung stets den persönlichen Anlagezielen entsprechen sollte. Dabei richtet sich die Auswahl der Anlageklassen nach drei zentralen Kriterien: Rentabilität, Sicherheit und Liquidität. Diese drei konkurrierenden Ziele werden im magischen Dreieck der Vermögensanlage dargestellt. Bevor Sie Ihr individuelles Portfolio zusammenstellen, sollten Sie also zunächst folgende Fragen für sich beantworten: Wie hoch ist die Rendite, die ich bis zum Ende des Anlagezeitraums erzielen möchte? Wie risikobereit bin ich? Und wie wichtig ist es mir, im Notfall schnell auf mein investiertes Geld zugreifen zu können? Wenn Sie Ihre individuellen Anlageziele und Ihr Risikoprofil festgelegt haben, können Sie sich dann noch entweder für die strategische oder die taktische Asset Allocation entscheiden.

Was versteht man unter der strategischen Asset Allocation?

Gut zu wissen: Ein bekanntes Beispiel für die strategische Asset Allocation ist das ARERO-Prinzip. Dabei orientiert sich die Gewichtung an 60 % Aktien (A), 25 % Renten (RE) und 15 % Rohstoffen (RO).

Bei der strategischen Vermögensallokation legen sich Anleger auf einen bestimmten Asset-Mix fest und behalten diesen über einen langfristigen Anlagehorizont konsequent bei. Das Ziel dieser Methode ist ein optimales Gleichgewicht zwischen dem angenommenen Risiko und der erwarteten Rendite. Die strategische Portfoliostrukturierung ist konjunkturabhängig. Das bedeutet, dass die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen innerhalb des Portfolios immer gleichbleibt – also auch, wenn Wirtschaft und Märkte schwanken. Aus diesem Grund wird die strategische Asset Allocation auch als „passive“ Form der Portfoliostrukturierung bezeichnet, weil das Depot nur selten umgeschichtet wird.

Was ist die taktische Allokation?

Bei der taktischen Asset Allocation handelt es sich um eine eher aktive Form der Portfolioverwaltung. Hierbei geht es darum, bestimmte Anlageklassen vorübergehend stärker oder schwächer zu gewichten, um kurzfristig von aktuellen Marktentwicklungen zu profitieren. Ein Beispiel: Während einer Hausse am Aktienmarkt nehmen Sie vorübergehend einen höheren Anteil an Aktien in Ihr Portfolio auf und kehren bei fallenden Kursen wieder zu Ihrer ursprünglichen Depotstruktur zurück. Anders als bei der strategischen Asset Allocation schichten Anleger bei der taktischen Allokation ihr Depot häufiger um. Doch auch bei der strategischen Vermögensallokation sollten Sie gelegentlich prüfen, ob die Gewichtung in Ihrem Portfolio noch Ihrer ursprünglichen Anlagestrategie entspricht – und wenn nicht, ein sogenanntes Rebalancing vornehmen.

Strategische AllokationTaktische Allokation
Langfristige VermögensallokationVersuch der kurzfristigen Ausnutzung potenzieller Marktchancen
KonjunkturunabhängigReagiert auf die aktuelle Wirtschaftslage
„Passive“ Verwaltung mit gelegentlicher UmschichtungEher aktive Verwaltung, häufigeres Umschichten

Was bedeutet Rebalancing?

Eine weitere wichtige Methode, die Sie im Zusammenhang mit der Asset Allocation kennen sollten, ist das sogenannte Rebalancing. Dieser Begriff beschreibt die Umschichtung Ihrer Anlageklassen auf die ursprüngliche Vermögensallokation. Dazu sollten Sie wissen, dass die Gewichtung der einzelnen Assetklassen im Laufe der Zeit erheblich von Ihrer ursprünglichen Depotstruktur abweichen kann, beispielsweise, wenn der Aktienanteil durch steigende oder fallende Kurse erheblich zu- oder abnimmt. Konkret funktioniert das Rebalancing, indem Sie übergewichtete Anteile verkaufen oder frisches Geld in untergewichtete Anlageklassen investieren.

Welche Vor- und Nachteile hat die Asset Allocation?

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Eine Asset Allocation bietet den Vorteil, dass das Kapital auf verschiedene Anlageklassen verteilt und das Portfolio so individuell nach den persönlichen Anlagezielen und der Risikobereitschaft strukturiert werden kann. Wenn gleichzeitig in mehrere Assetklassen mit unterschiedlichen Risiken und Ertragschancen investiert wird, ist die Chance größer, dass Schwankungen leichter aufgefangen und eventuelle Verluste durch mögliche Erträge ausgleichen werden können, um insgesamt eine möglichst positive Rendite zu erzielen. Die Asset Allocation dient also der Risikostreuung und soll verhindern dass das Gesamtrisiko auf einer einzigen Anlageklasse liegt. Seien Sie sich dennoch immer bewusst, dass Sie auch bei einer wohldurchdachten Vermögensallokation und selbst bei einer Übergewichtung vermeintlich weniger riskanter Anlageklassen immer mit erheblichen Wertschwankungen Ihres Depots und Verlusten rechnen müssen. Vor allem als Anfänger sollten Sie sich zunächst ausführlich mit dem Thema Aktien beschäftigen, bevor Sie Ihr Geld an der Börse anlegen. Mit der comdirect Akademie können Sie kostenfrei alles rund um das Thema Aktien online handeln lernen.

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