Anlagestrategien Infos und Tipps für Privatanleger

Ein Mann steht in einem leeren Büro und guckt auf ein Tablet.
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Wer sich mit Wertpapieranlagen beschäftigt, stößt schnell auf verschiedene Anlagestrategien. Ob Growth Investing, Momentum-Strategie oder Dividendenrendite – sie alle verfolgen unterschiedliche Methoden, die am Ende zu Gewinnen im Portfolio führen sollen. Wir zeigen, was eine Anlagestrategie eigentlich ist, stellen einige Strategien vor und erklären, welchen Zweck die einzelnen Methoden verfolgen. Zudem erklären wir, wie Anleger ihre persönliche Anlagestrategie wählen können und welche Risiken damit verbunden sind.

Was sind Anlagestrategien?

Eine Anlagestrategie ist per Definition nichts anderes als ein Konzept oder eine Methode zur Geldanlage. In der Regel haben alle Strategien eine Gewinnerzielungsabsicht und damit den Vermögensaufbau als Ziel.

Der Weg unterscheidet sich jedoch bei den einzelnen Strategien teils deutlich. Dabei sind einige Methoden risikoreicher, konservative Anlagestrategien versprechen hingegen mehr Sicherheit. Zudem haben sich mittlerweile spezielle Strategien für einzelne Wertpapierarten, wie Aktien aber auch ETFs, entwickelt.

Gut zu wissen: Egal, wie viel Erfolg eine Methode verspricht – durch wirtschaftliche oder globale Einflüsse können auch vermeintlich risikoarme Anlagen schnell zu Verlusten im Portfolio führen. Anleger sollten sich deshalb nicht blind auf eine Anlagestrategie verlassen.

Welche Anlagestrategien gibt es?

Aktien, ETFs, Anleihen und Fonds sind nur einige der zahlreichen Möglichkeiten, um Geld anzulegen. Neben den klassischen aktiven und passiven Anlagestrategien gibt es eine Vielzahl von Strategien, die sich Wertpapierübergreifend anwenden lassen.

Anlagestrategien für Privatanleger im Überblick

Growth Investing

Bei Anlagestrategien, die das Wachstum in den Fokus stellen, setzen Investoren nicht auf die aktuellen Gewinne eines Unternehmens sondern legen den Schwerpunkt auf die Zukunft. Anhand der PEG-Ratio beurteilen sie beim Growth Investing, ob eine Aktie fair, über- oder unterbewertet ist. So wollen sie Wachstumsaktien identifizieren – also Aktien, die sich im Vergleich zu den üblichen Aktien am Markt besser entwickeln werden.

Value Investing

Beim Value Investing orientieren sich Anleger nicht an den künftigen Entwicklungen eines Unternehmens, sondern am aktuellen Wert. Sie vergleichen dafür den tatsächlichen Wert des Unternehmens und den aktuellen Börsenwert und können so unterbewertete Unternehmensanteile identifizieren.

Momentum-Strategie

Anleger setzen bei quantitativen Anlagestrategien, wie der Momentum-Strategie, auf Aktien und Wertpapiere, die in der Vergangenheit gestiegen sind. Denn statistisch gesehen steigen diese auch in Zukunft weiter an. Dafür analysieren Anleger aktuelle Kurse und Chartformationen, um das sogenannte Momentum zu errechnen und so mögliche Gewinner und Verlierer zu erkennen.

Rebalancing

Viele Anleger setzen beim Portfolio auf Diversifikation – also die Aufteilung in möglichst viele verschiedene Anlageklassen. Im Rahmen der Asset Allocation (der Verteilung und Gewichtung einzelner Anlageklassen) legen sie eine bestimmte Anlagenstruktur im Portfolio fest. Wertschwankungen können dazu führen, dass das Portfolio im Laufe der Zeit von der ursprünglich festgelegten Struktur abweicht. Im Rahmen des Rebalancing wird die ursprüngliche Anlagestruktur wieder hergestellt.

Core-Satellite-Strategie

Die Core-Satellite-Strategie dreht sich um einen Kern und verschiedene Satelliten. Anleger nutzen die Core-Satellite-Strategie, um eine stabile Hauptanlage als festen Kern (Core) zu nutzen und diese durch verschiedene Satelliten zu ergänzen. Der Kern stellt dabei den Hauptteil des Investments dar und soll dem Portfolio Stabilität verleihen. Die Satelliten verfolgen hingegen höhere Renditen mit einem höheren Risiko.

Dividendenstrategie

Im Rahmen der Dividendenstrategie setzen Anleger auf Unternehmen, die möglichst hohe Dividenden an die Aktionäre auszahlen. Auf der Hauptversammlung wird jährlich festgelegt, ob eine Dividende gezahlt wird und wenn ja, in welcher Höhe. Dividendenanleger behalten deshalb immer den Dividendenkalender im Blick, der die Hauptversammlungstermine aller wichtigen Unternehmen enthält.

Aktives Investieren

Bei einer aktiven Anlagestrategie setzen Anleger auf einen Wissensvorsprung in Sachen Wertpapiere. Sie beurteilen kontinuierlich die einzelnen Kurse und Kaufen und Verkaufen zu vermeintlich günstigen Zeitpunkten. Umgangssprachlich könnte man sagen, dass sich Anhänger der aktiven Anlagestrategie immer die vermeintlichen oder zukünftigen Rosinen unter den Wertpapieren rauspicken und diese beim Fallen der Kurse schnell wieder verkaufen. Ziel ist es, den Markt zu übertreffen und dadurch eine Überrendite zu erzielen.

Passives Investieren

Im Gegensatz zum aktiven Vermögensmanagement verzichten Anleger bei passiven Anlagestrategien auf das schnelle Kaufen und Verkaufen vermeintlich attraktiver Wertpapiere und setzen eher auf eine langfristige Anlagestrategie. Anleger wollen dabei den Markt nicht übertreffen, sondern möglichst genau und bei gleichem Risiko nachbilden. In der Regel setzen Anleger dafür auf ETFs, die einen Index abbilden.

Buy-and-Hold-Strategie

Bei der Buy-and-hold-Strategie handelt es sich um eine passive Anlagestrategie, die auf Durchhaltevermögen setzt. Wertpapiere werden über einen längeren Zeitraum angelegt. So können Anleger auch schwierige Krisenzeiten aussitzen und am Ende unter Umständen hohe Renditen erzielen.

Wichtig: Jede Anlagestrategie bringt eigene Vor- und Nachteile mit sich. Allerdings sind Anleger bei keiner Strategie auf der absolut sicheren Seite, denn Wirtschaftskrisen oder globale Einflüsse können auch bei vermeintlich sicheren Geldanlagen schnell zu Verlusten führen.

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Wie Privatanleger eine Anlagestrategie auswählen können

Anleger sind immer auf der Suche nach der optimalen Anlagestrategie. Doch welche Methode am besten passt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Denn jeder Anleger verfolgt unterschiedliche und ganz individuelle Ziele. Die einen wollen möglichst kurzfristig investieren und hohe Renditen erzielen und dafür auch ein hohes Risiko eingehen. Andere setzen eher auf langfristige Investments und ein niedrigeres Risiko. Bei der Wahl der Anlagestrategie sollten sich Anleger deswegen einige wichtige Fragen stellen.

Zunächst sollte bestimmt werden, wie viel Geld über welchen Zeitraum angelegt werden kann. Dabei ist auch entscheidend, ob auf die Summe für einen bestimmten Zeitraum verzichtet werden kann oder ob die Geldanlage kurzfristig verfügbar sein muss. Anleger sollten sich auch über ihre Risikobereitschaft im Klaren sein. Wer sich dazu keine Gedanken macht und „blind“ investiert kann schnell hohe Verluste verzeichnen. Auch sollten sich Anleger überlegen, ob sie sich selbst um die Geldanlage kümmern oder den Rat von Anlageprofis hinzuziehen.

Mit Hilfe des magischen Dreiecks der Geldanlagen können Anleger einzelne Anlagestrategien und ihre persönlichen Anlageziele besser einordnen.

Magisches Dreieck der Geldanlage
Das magische Dreieck der Geldanlage.

Checkliste: die richtige Anlagestrategie finden

  • Finanziellen Rahmen festlegen
  • Aktuelle Lebenssituation und eventuelle Änderungen einbeziehen
  • Sparplan hinsichtlich Einmalanlage oder kontinuierlichem Sparziel definieren
  • Persönliche Risikobereitschaft festlegen
  • Realistische Erwartungen setzen
  • Anlage eigenverantwortlich vornehmen oder Unterstützung bei der Anlage in Anspruch nehmen

Fazit

Mittlerweile gibt es zahlreiche Anlagestrategien, die auf unterschiedliche Weise Gewinne bei der Geldanlage erzielen wollen. Anleger können zwischen risikoarmen und risikoanfälligeren Strategien wählen. Dabei sollte man jedoch nie das Gesamtrisiko aus den Augen verlieren – denn auch die vermeintlich sicherste Anlagestrategie kann auf Grund von unvorhersehbaren Ereignissen oder wirtschaftlichen Krisen zu (Total-)Verlusten im Portfolio führen.

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Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Dieser Text dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung.