Geldmythen aufgeklärt – Junge Frau im Café schaut lächelnd auf ihr Smartphone.
Geldmythen aufgeklärt – Junge Frau im Café schaut lächelnd auf ihr Smartphone.
© millenius via Adobe Stock

6 Geldmythen, die nicht wahr sind - oder doch?

Key Takeaways
  • Hinterfrage deine Annahmen und Glaubenssätze über Geld.
  • Über Geld zu sprechen, ist häufig unerlässlich – zum Beispiel in Partnerschaften.
  • Wer seinen Lebensstandard im Alter halten möchte, muss privat vorsorgen.
  • Du kannst auch ohne große Vermögen regelmäßig kleine Geldbeträge investieren.

Finanzmythos 1: „Geld ist nicht so wichtig im Leben.“

Geld brauche man nicht zum Glücklichsein – diesen Satz hat sicher jeder schon einmal so oder so ähnlich gehört. Tatsächlich lassen sich Gesundheit, Familie und Freunde nicht mit Geld kaufen und all das ist auch ausschlaggebend für ein erfülltes Leben. Nichtsdestotrotz hat Geld einen wichtigen Einfluss auf dein Leben, den du nicht unterschätzen solltest.

Geld macht frei. Es erlaubt dir, dich aus Situationen zu begeben, die dich nicht glücklich machen. Bestehen keine oder wenig finanzielle Abhängigkeiten, ist das einfacher möglich. Hast du ein finanzielles Polster, kannst du sorgenfreier eine neue berufliche Herausforderung wagen oder in eine andere Stadt ziehen. Geld ermöglicht es dir außerdem, gesündere Lebensmittel zu kaufen, zu reisen oder die Bildung deiner Kinder zu finanzieren und ihnen damit eine gute Zukunft zu ermöglichen.

Icon Geldscheine und Münzen

Geld ist ein wichtiges Werkzeug, um dein Leben gestalten zu können, auch wenn viele nicht-finanzielle Aspekte ebenso entscheidend sind.

Finanzmythos 2: „Über Geld spricht man nicht.“

Im Gegenteil – über Geld zu sprechen ist enorm wichtig. Im beruflichen Kontext ist es unerlässlich: z. B. musst du bei Gehaltsverhandlungen für eine angemessen Entlohnung deiner Arbeit einstehen. Im privaten Kontext ist das Thema Geld oft ein Tabu. Rund ein Drittel weiß nicht, was ihr eigener Partner verdient, das ergab eine Umfrage des Vergleichsportals Verivox und der Partnervermittlung Parship aus dem Jahr 2021. In Partnerschaften sollte das Thema Finanzen auf keinen Fall unter den Teppich gekehrt werden z. B. aus Angst vor Streit. Folgende Fragen sollten geklärt sein: wie werden gemeinsame Kosten fair aufgeteilt? Braucht es ein gemeinsames Konto? Wenn du eine Familie gründest, solltest du mit deinem Partner oder deiner Partnerin besprechen, wie ihr die Care-Arbeit aufteilen und mögliche Einkommensunterschiede ausgleichen möchtet.

„Finanzmythos 3: Nur Bares ist Wahres.“

Bargeld ist bei den Deutschen nach wie vor das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel. Mit Münzen und Scheinen zu bezahlen ist anonym, einfach und unabhängig. Trotzdem verliert es nach und nach an Bedeutung. Während 2020 laut der Statista Global Consumer Survey noch 84 Prozent mit Bargeld zahlten, ist der Wert im Jahr 2022 auf 72 Prozent gesunken. In der Corona-Pandemie verzichteten viele vor allem aus hygienischen Gründen auf die Bargeldzahlung. Das Bezahlen mit Debit- oder Kreditkarte blieb nahezu unverändert, dafür nahm das Mobile Bezahlen mittels Smartphones oder Smartwatch zu. Das Ausland ist bei der bargeldlosen Bezahlung teilweise schon deutlich weiter: Schweden plant z. B. ab 2030 komplett bargeldlos zu sein.

Die EZB arbeitet momentan an der Einführung des digitalen Euros, der ein sicheres und effizientes Zahlungsmittel für Europäer sein soll. Der digitale Euro soll das physische Bargeld ergänzen, nicht ersetzen.

Finanzmythos 4: „Mit der gesetzlichen Rente bin ich für das Alter gut aufgestellt.“

Die gesetzliche Rente bildet eine Basisvorsorge, die allein aber kaum noch ausreicht. Möchtest du deinen heutigen Lebensstandard im Alter halten, führt kein Weg daran vorbei, privat vorzusorgen. Im Jahr 2020 erhielt jeder zehnte Mann und jede siebte Frau monatlich weniger als 300 Euro gesetzliche Rente nach dem Deutschen Rentenversicherung Bund. Momentan liegt das Rentenniveau bei ungefähr 48 %. Die Standardrente entspricht also nur etwa der Hälfte des durchschnittlichen Einkommens in Deutschland. Prognosen ergeben, dass das Rentenniveau bis zum Jahr 2030 auf unter 43 % sinken wird.

Beliebt ist die private Altersvorsorge mit Fonds und ETFs. Sie bietet die Möglichkeit durch breitgestreute Investition langfristig ein Vermögen aufzubauen und ist dabei eher kostengünstig und flexibel. Bei Investitionen am Aktienmarkt sind Kursschwankungen und Verluste möglich.

Finanzmythos 5: „Investieren ist riskant und nur was für Reiche.“

Um investieren zu können, benötigst du kein Vermögen. Durch regelmäßiges Investieren z. B. mit einem Wertpapiersparplan kannst du schrittweise dein Vermögen aufbauen. Tatsächlich geht jede Investition am Aktienmarkt mit Verlustrisiken einher. Generell gilt, je höher die Renditeaussichten, desto größer die Verlustrisiken. Auf der anderen Seite gilt: investierst du nicht, riskierst du, dass dein Geld durch die Inflation über die Jahre an Wert verliert und du dir mit dem gleichen Geldbetrag am Ende weniger leisten kannst.

Wertpapiersparen

Mit dem comdirect Wertpapiersparplan kannst du schon ab 25 Euro regelmäßig Geld anlegen.

Möchtest du dein Geld anlegen, kannst du dir die Frage stellen, wie risikofreudig du bist und ob du eher der konservative oder der risikobereite Anlegertyp bist. Das kann dir bei der Entscheidung für die passende Geldanlage helfen. Planst du deine Wertpapiere über einen längeren Zeitraum zu halten, können kurzfristige Kursschwankungen auf lange Sicht ausgeglichen werden. Historisch gesehen gibt es nämlich einen Aufwärtstrend an den Aktienmärkten. Außerdem kann Diversifikation dir dabei helfen, dass Gesamtrisiko deines Portfolios zu minimieren.

Finanzmythos 6: „Geldanlage und Nachhaltigkeit vertragen sich nicht.“

Nachhaltigkeit ist ein Megatrend und findet immer mehr Einzug in unseren Alltag. Auch Anleger beschäftigt dieses Thema und der Wunsch, mit gutem Gewissen zu investieren, nimmt zu. Bei ESG-Finanzprodukten werden Kriterien aus den Bereichen Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) berücksichtigt. Diese Kriterien bieten Orientierung, es existieren allerdings noch keine einheitlichen Mindeststandards für nachhaltige Geldanlagen.

Überprüfe deine finanziellen Glaubenssätze

Viele Annahmen über Geld, die sich in unseren Köpfen festgesetzt haben, sind gar nicht richtig. Von Zeit zu Zeit kann es hilfreich sein, die eigenen Glaubenssätze zu hinterfragen. So ist es zum Beispiel keineswegs ein Tabu, über Geld zu sprechen. Die gesetzliche Rente wird ohne private Vorsorge für viele im Alter nicht ausreichen und Investieren ist nicht nur etwas für die, die bereits ein großes Vermögen besitzen.

Wenn du noch Fragen zu den Themen Vorsorgen & Versichern hast, kannst du gerne unsere Kundenbetreuer kontaktieren – per Telefon unter 04106 – 708 25 00 oder über unser Kontaktformular. Unsere Kundenbetreuer sind rund um die Uhr für dich erreichbar – 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag.

Autor
comdirect Redaktion
mehr verstehen. mehr vermögen. – Finanzthemen müssen nicht kompliziert sein. Unsere Experten fassen hier alles Wissenswerte rund um das Thema Vorsorgen & Versichern zusammen, damit ihr eigenständig Finanzentscheidungen treffen könnt.
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