finanzblog award Die Gewinner des #fba17 im Interview: Finanztip

Kranzlogo in anthrazit auf der linken Seite, rechts Awards mit dem Text finanzblog award 2017 gedruckt sind. Die Awards sind aus Glas.
Die nominierten Blogs für den #fba17 stehen fest

Sara Zinnecker (Redakteurin für Geldanlage und Altersvorsorge) und Matthias Urbach (stv. Chefredakteur, Leiter Blog und Newsletter), Sie beide waren mit Ihrem Blog „Finanztip“ einer der Gewinner:innen des #fba17. Noch einmal Glückwunsch! Was hat sich seitdem bei Ihnen verändert?

Mann mit Glatze und schwarzer eckiger Brille hält den finanzblog award 2017 Preis in der Hand, rechts von ihm steht eine blonde Frau mit eckiger schwarzer Brille, sie trägt einen gelben Schlüsselbund, beide schauen in die Kamera
Blogger von Finanztipp mit ihrem Preis in der Hand, 2017

Sara Zinnecker: Wir sehen, dass immer mehr Leser:innen auf Indexfonds, auch ETFs genannt, zurückgreifen. Bei keinem Thema ist die Resonanz so groß. Wenn eine unserer ETF-Empfehlungen etwas umstellt und wir das im Blog erklären, lesen das 20.000 Leute. In diesem Jahr gab es eine Menge Änderungen bei den Regeln für die Versteuerung, und viele Fondsanbieter hatten Schwierigkeiten bei der Umstellung. Dann melden sich sehr viele Leser:innen bei uns mit ihren Fragen. Es ist ein gutes Gefühl, ihnen Hilfe anbieten zu können. Unser Grundsatztext dazu hat inzwischen knapp 150.000 Aufrufe und 175 Kommentare.

Matthias Urbach: Wir haben unseren Blog im vergangenen Jahr eng mit dem Newsletter verwoben. Ein Konzept, das sich bewährt: Wir kriegen dadurch viel mehr Feedback auf unsere Themen als zuvor. Außerdem haben wir jetzt mehr Vielfalt im Blog. Für uns war es zum Beispiel interessant zu sehen, wie das Thema Diesel im vergangenen Jahr plötzlich eine finanzielle Seite bekam: Durch die Untätigkeit der Politik kam es zu Fahrverboten, die sich direkt auf den Wiederverkaufswert alter Diesel durchschlagen. Wir haben schon lange vorher auf dieses Risiko hingewiesen – früher als viele andere. Einige unserer Leser:innen klagen nun gegen VW oder Daimler. Unsere FAQs zum Dieselskandal ist daher das andere große Highlight im Blog mit rund 147.000 Aufrufen.

Sie sind ein aktiver Bestandteil der Finanzblogger-Szene. Was glauben Sie wohin die Reise noch gehen wird und wie sich die Szene in Zukunft entwickeln wird?

Sara Zinnecker: Bereits heute gibt es viele verschiedene Blogger:innen, die sich um das Thema Verbraucherfinanzen kümmern und verschiedene Menschen, die eine immer größere Zielgruppe damit erreichen. Das kann ich als – in erster Linie – Verbraucherjournalistin nur begrüßen! Die Herausforderung ist es ja, Menschen mit diesen auf den ersten Blick etwas drögen Themen trotzdem zu begeistern – und auch den richtigen Ton zu finden. Für die Zukunft könnte ich mir gut vorstellen, dass Finanzblogger:innen noch mehr Menschen über die sozialen Netzwerke oder zum Beispiel über Podcasts erreichen. Bei Finanztip setzen wir darauf, über unsere Ratgeber, Social Media, Radio und Fernsehen, Pressemitteilungen und Kampagnen neue Leser:innen für Newsletter und Blog zu gewinnen.

Was sind für Sie als Blogger die größten Herausforderungen im alltäglichen Bloggerleben?

Matthias Urbach: Die Bindung zu den Leser:innen zu pflegen. Jede Woche stellen wir uns hier die Frage, was die wichtigsten Themen für ihre Finanzen sind. Und wir schauen genau, wie sie reagieren. Inzwischen kommen aus unserer Community sehr viele Hinweise, die wir aufgreifen. Unser Newsletter hat inzwischen 380.000 Abonnenten – es passiert kaum noch etwas in diesem Land, was nicht wenigstens einen aus unserer Leserschaft konkret betrifft. Das ist praktisch unser Alarmsystem.

Auch Sie waren letztes Jahr Teil des Finanzbarcamps und haben aktiv die Sessions mitgestaltet. Was hat Ihnen hier besonders gefallen? Haben Sie konkrete Ideen und Innovationen für sich selbst mitnehmen können?

Sara Zinnecker: Am besten gefallen hat mir, mit Leser:innen und Interessierten eins zu eins im Austausch zu stehen. Die Agenda für die Session zu ETFs habe ich mit meiner Gruppe abgestimmt. Wir haben also Themen besprochen, die den Zuhörer:innen wichtig waren – aber nicht als „Frontalunterricht“, sondern im Austausch. Zwischenfragen waren ausdrücklich erwünscht! Ich habe dadurch auch ein besseres Gefühl dafür bekommen, welche Zusammenhänge gut und welche etwas schwieriger zu verstehen waren. Das habe ich seitdem in meinen Texten berücksichtigt.

In Zeiten der Digitalisierung beschleunigen sich zunehmend die Entwicklungszyklen und auch bei Ihnen hat sich ja einiges getan. Wie geht es bei Ihnen in Zukunft weiter?

Matthias Urbach: Ja, das Gefühl haben wir auch, aber das ist ja kein Selbstzweck. Wir sind selbst überrascht, wie gut ein Blog und ein Newsletter noch immer funktionieren. Wir stellen uns wieder und wieder die Frage: Womit helfen wir unseren Leser:innen am meisten? Im vergangenen Jahr haben wir daraufhin verbraucherfreundliche Rechner entwickelt, um Strompreise und Handytarife zu vergleichen oder um Kredite durchkalkulieren zu können. Wir arbeiten gerade an der nächsten Idee. Die ist aber noch nicht spruchreif.