Steigende Inflation und bleibende Niedrigzinsen Wertverluste in Rekordhöhe bei deutschen Sparern möglich

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Wer – wie in den letzten beiden Quartalen des Jahres 2020 – auch in diesem Jahr auf einen positiven Realzins gehofft hat, der muss nun der bitteren Realität ins Auge sehen: Nach einem positiven Wert in Höhe von 0,37 Prozent im vierten Quartal 2020, stürzt der Realzins, also der Zins nach Abzug der Inflation, im ersten Quartal 2021 wieder auf minus 1,25 Prozent ab. Zu diesem Ergebnis kommt der quartalsweise erscheinende comdirect Realzins-Radar, der gemeinsam mit Barkow Consulting ermittelt wird.

Der starke Rückgang des Realzinses führt bei deutschen Sparern zu einem massiven Wertverlust. 8,1 Milliarden Euro verlieren die Spareinlagen im ersten Quartal hierzulande real an Wert. Rein rechnerisch sind das 97 Euro pro Kopf.

Die Gründe für diese hohen Verluste sind die seit Jahren gleichbleibenden Niedrigzinsen, die durch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken nach unten gedrückt werden. So lag der durchschnittliche Zinssatz für Tages-, Festgelder, Girokonten und Spareinlagen in den ersten drei Monaten 2021 bei gerade einmal 0,11 Prozent. Hinzukam in diesem ersten Quartal außerdem die seit Jahresbeginn stark steigende Inflationsrate. War diese im vergangenen Jahr durch die zeitweise gesenkte Mehrwertsteuer noch negativ, zog sie im ersten Quartal auf durchschnittlich 1,36 Prozent an und beschert deutschen Sparern reale Wertverluste auf ihre Einlagen.

Kaum Besserung in Aussicht

Dass dieses Szenario auch in Zukunft Realität sein wird, bestätigt Andreas Lipkow, Marktexperte von comdirect: „Sparer müssen in diesem Jahr sogar mit Rekordverlusten auf Einlagen rechnen. Während Zinserhöhungen noch lange nicht in Sicht sind, könnte die Inflation in den nächsten Monaten deutlich an Fahrt aufnehmen.“

Trotz dieser einschneidenden Wertverluste legen die Bundesbürger immer mehr Geld in Form von Spareinlagen zur Seite: Allein in den letzten zwölf Monaten sammelten sich Rekordsummen in Höhe von weiteren 173 Milliarden an Rücklagen auf den Sparkonten an. Damit liegen insgesamt rund 2,6 Billionen Euro an liquiden Mitteln auf deutschen Konten – und erleiden tagtäglich größer werdende Wertverluste.

Lipkow rät daher, nur einen kleinen Teil des Vermögens in Form von Spareinlagen für unvorhergesehene Ausgaben aufzubewahren und den Rest in Wertpapiere zu investieren, um das Geld an der Börse für sich arbeiten zu lassen. Mit Sparplänen können bei comdirect auch Anleger mit schmalem Budget bereits ab 25 Euro monatlich in die Wertpapieranlage einsteigen.