Tag der Aktie Endlich wird der Weltspartag zum Tag der Aktie!

Hoffnung auf Notenbanken: Skyline Frankfurt am Main
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Die Finanzjournalistin und leidenschaftliche Börsianerin Jessica Schwarzer schreibt anlässlich des Tags der Aktie am 30.10.2020 für das comdirect magazin.

Jessica Schwarzer ist eine der renommiertesten Finanzjournalistinnen Deutschlands. Die langjährige Chefkorrespondentin und Börsenexpertin des Handelsblatts (2008 bis 2018) arbeitet heute selbstständig als Journalistin und Moderatorin. Die gebürtige Düsseldorferin hat mehrere Bücher über die Psychologie von Anlegern und Investmentstrategien geschrieben. Die deutsche Aktienkultur ist der leidenschaftlichen Börsianerin eine Herzensangelegenheit, für die sie sich auch mit Vorträgen und Seminaren, und bei der Initiative finanz-heldinnen stark macht.

Weltspartag – angesichts von Mini-, Null- und sogar Minuszinsen klingt das reichlich antiquiert, wie ein Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten. Doch auch als es noch Zinsen gab, war bloßes Sparen nie die beste Idee, um mehr aus dem eigenen Geld zu machen. Andere Anlageklassen brachten und bringen langfristig bessere Renditen, allen voran Aktien. Ich trommele seit Jahren für die deutsche Aktienkultur – als Finanzjournalistin, Buchautorin und seit zwei Jahren auch als finanz-heldin, einer Initiative der comdirect.

Leider sind die Deutschen kein Volk von Aktionären. Sie sind fleißige Sparer. Sparen an sich ist natürlich nichts Schlechtes, im Gegenteil. Doch wer sein Geld vermehren möchte, sollte zumindest einen Teil des Ersparten investieren und an der Börse arbeiten lassen. Deshalb freue ich mich sehr, dass der „Tag der Aktie“ in diesem Jahr auf den „Weltspartag“ fällt – und damit hoffentlich noch mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ich plädiere seit Jahren für einen „Weltaktientag“. Und das nicht nur, weil ich eine leidenschaftliche Aktionärin bin, sondern weil ich überzeugt bin, dass langfristiger Vermögensaufbau ohne diese Anlageklasse kaum noch funktioniert.

Aktien bieten langfristig, das heißt auf Sicht von zehn oder mehr Jahren, durchschnittliche Renditen von sechs bis acht Prozent – so viel wie sonst keine Anlageklasse. Das gilt heute, galt aber auch schon, als es noch Zinsen gab. Natürlich gilt es, ein paar Regeln zu beachten: Das Risiko sollte breit gestreut werden, über viele Einzeltitel, Branchen und Länder. So fallen einzelne Krisenfälle nicht mehr so stark ins Gewicht. Am einfachsten funktioniert diese Risikostreuung – im Börsendeutsch Diversifikation – mit Investmentfonds oder börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz: ETFs). Außerdem sollte Anleger langfristig investieren und sich von kurzfristigen Rücksetzern und auch Crashs nicht verrückt machen lassen. Natürlich muss jedes Investment zur eigenen Risikoneigung und Anlagestrategie passen. Wer sehr risikoscheu ist, wählt einen geringeren Aktienanteil. Wer chancenorientiert und risikoaffin ist, wählt einen entsprechend höheren.


Ein Teil des Ersparten sollte also meiner Meinung nach immer in Aktien investiert werden. Zum Glück setzt sich diese Erkenntnis immer stärker durch: Jeder dritte Deutsche besitzt bereits Aktien, 43 Prozent der Wertpapierbesitzer haben 2019 erstmalig oder mehr als zuvor investiert. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie „Aktienkultur in Deutschland“ der „Aktion pro Aktie“, zu der sich Comdirect, Consorsbank und ING Deutschland zusammen geschlossen haben. Im Juli und August wurden 2000 Deutsche ab 18 Jahren online befragt. Vor allem bei den Jüngeren unter 25 Jahren ist das Interesse an der Aktie deutlich gestiegen. Das freut mich besonders. Denn für sie ist langfristiger Vermögensaufbau vor allem mit Blick auf die Altersvorsorge besonders wichtig. Zinsen wird es voraussichtlich bis auf weiteres nicht geben. Mit bloßem Sparen können sie ihr Geld kaum mehren. Gut, dass sie es immer öfter an der Börse arbeiten lassen, anstatt es auf Sparkonten rumliegen zu lassen.

Am 30.10.20 findet der Tag der Aktie statt! Welche Vorteile Sie als Anleger an diesem Tag erwarten, erfahren Sie hier.

Apropos arbeiten lassen: Es würde neun bis zwölf Jahre dauern, bis sich unser Geld bei Aktieninvestments verdoppeln würde – bei den erwähnten durchschnittlichen sechs bis acht Prozent Rendite pro Jahr. Die Formel dafür ist einfach: 72 geteilt durch die jährliche Rendite ergibt die Zeit, die es zur Verdopplung braucht. Tagesgeld bringt übrigens aktuell (Stand Herbst 2020) im Schnitt 0,03 Prozent pro Jahr, Sparbücher und Festgeld ähnlich mickrige Renditen. Wer nicht selber rechnen möchte: Es dauert stolze 2400 Jahre bis zur Verdoppelung. Allein diese Rechnung zeigt doch, dass jeder einen Teil seines Ersparten an der Börse investieren sollte. Deshalb: Erst sparen, dann investieren. Da passt es doch eigentlich ganz gut, dass der deutsche „Tag der Aktie“ auf den internationalen „Weltspartag“ trifft, oder? Ich plädierte natürlich weiter für einen „Weltaktientag“!

Jessica Schwarzer schreibt anlässlich des Tags der Aktie als Gastautorin fürs comdirect magazin. Der Beitrag gibt ihre Meinung, nicht die von comdirect wieder.

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