Realzins Realzins erstmals wieder positiv

Jahresendrally: Viele Märkte am Allzeithoch
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Fünf Jahre ist es her, dass der Realzins einen positiven Wert aufwies. Doch durch die aktuell sogar negative Inflationsrate von minus 0,10 Prozent und einer durchschnittlichen Verzinsung von 0,12 Prozent auf Tages-, Festgeld-, Girokonten und anderen Spareinlagen, konnte der Realzins im dritten Quartal 2020 auf 0,22 Prozent steigen. Zu diesen Ergebnissen kommt der quartalsweise erscheinende comdirect Realzins-Radar, der gemeinsam mit Barkow Consulting ermittelt wird.

Der Schein von steigenden Realzinsen trügt jedoch: Die Inflation ist lediglich durch den Sondereffekt der zeitlich begrenzten Mehrwertsteuersenkung negativ. Künftig ist daher wieder von einem negativen Realzins auszugehen. Auch bei Betrachtung des gesamten Jahres von Januar bis September 2020 beläuft sich der Realzinsertrag der deutschen Sparer auf minus 7,7 Milliarden Euro. Der kurzfristige Wertzuwachs durch den positiven Realzins im dritten Quartal lag hingegen bei gerade einmal bei 1,0 Milliarden Euro – das sind 16 Euro pro Kopf.

Sparer sollten sich also darauf einstellen, dass die realen Verluste auf dem Sparbuch weiter anwachsen werden. Denn im Zuge der Corona-Krise haben Staaten und Notenbank eine ultralockere Geldpolitik verfolgt, um die Wirtschaft zu stützen. Es ist davon auszugehen, dass diese Strategie weiterverfolgt wird und das niedrige Zinsumfeld bestehen bleibt, um den Aufschwung der Wirtschaft in Gang zu bringen. Steigende Zinsen sind also nicht in Sicht.

Abhilfe für positive Erträge schaffen hier nur Investitionen in Wertpapiere. Sparbuch, Tagesgeld und Co. schützen zwar vor Risiko, aber nicht vor einem Wertverlust, wie der comdirect Realzins-Radar regelmäßig zeigt. Das haben auch viele Sparer in Deutschland realisiert und sich im Zuge der Corona-Krise vermehrt mit dem Thema Wertpapiere und Aktien beschäftigt und die Volatilität an der Börse für einen Einstieg genutzt. Das hat die aktuelle Studie der „Aktion pro Aktie“ – eine Initiative der Direktbanken comdirect, Consorsbank und ING Deutschland – ergeben. So ist der Anteil an Wertpapierbesitzern unter den deutschen Sparern zuletzt um fünf Prozentpunkte auf 34 Prozent angestiegen.

Mithilfe eines Sparplans kann bei comdirect bereits ab einem Betrag von 25 Euro ein Teil der Ersparnisse in Wertpapiere investiert werden.