comdirect Realzins-Radar 2021 für Sparer schon jetzt das schlimmste Jahr aller Zeiten

comdirect Realzins-Radar
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Zwar freunden sich die Deutschen immer mehr mit Aktien an, die beliebteste Form der Geldanlage ist allerdings immer noch das Girokonto oder das Sparbuch – und das, obwohl der Realzins, also der Zins nach Abzug der Inflation, mit minus 3,81 Prozent zum zweiten Mal in Folge ein Rekordtief erreicht hat.

Über 47 Milliarden Euro haben die Spareinlagen der Deutschen dieses Jahr bereits an Wert verloren. Das sind 570 Euro pro Kopf – der höchste Wertverlust aller Zeiten. Allein im dritten Quartal 2021 beträgt der Wertverlust aller Sparer 25,0 Milliarden Euro und pro Bundesbürger durchschnittlich 301 Euro. Das sind Ergebnisse des quartalsweise erscheinenden comdirect Realzins-Radars, der gemeinsam mit Barkow Consulting ermittelt wird.

Der höchste Inflationswert seit fast 30 Jahren

Die Inflationsrate steigt in den letzten Monaten immer weiter an. Während sie zu Beginn des Jahres noch bei 1,36 Prozent lag, liegt sie im dritten Quartal schon bei durchschnittlich 3,90 Prozent. Das ist der höchste Inflationswert seit 28 Jahren. Grund dafür sind vor allem die zu Jahresbeginn wieder angehobene Mehrwertsteuer, stark gestiegene Energiepreise und Preisanhebungen nach dem Lockdown in der Dienstleistungsbranche. „Der seit dem Frühjahr beschleunigte Preisauftrieb bringt die deutschen Sparer stark in die Bredouille“, sagt Andreas Lipkow, Marktexperte von comdirect.

Auch die Zinssätze brechen immer wieder Negativ-Rekorde

Die durchschnittlichen Zinssätze für Tages- und Festgelder, Girokonten und Spareinlagen fielen erneut auf einen Tiefstand – und zwar auf 0,09 Prozent. Der aktuelle Realzins liegt folglich bei minus 3,81 Prozent. Das ist der mit Abstand niedrigste Wert seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2003. „In Relation zu den niedrigen Zinsen ist die Geldentwertung derzeit wirklich dramatisch“, so Lipkow weiter.

Darstellung des comdirect Realzins-Radars
Der comdirect Realzins-Radar

Keine kurzfristige Besserung in Sicht

Weil die Sparzinsen schon seit mehr als einem Jahrzehnt auf niedrigem Niveau sind, ist der Wertverlust der Spareinlagen in der langfristigen Betrachtung besonders verheerend: Seit Ende 2010 hat jeder Deutsche im Schnitt 2.320 Euro durch Niedrigzins und Inflation verloren. „Ein Ende der ansteigenden Inflation ist zumindest bis zum Jahreswechsel nicht in Sicht. Anstatt die Inflation mit einer strafferen Geldpolitik zu bekämpfen, führt die EZB ihre ultralockere Geldpolitik weiter wie bisher. So werden die Verluste auf Spareinlagen in diesem Jahr weiter wachsen“, sagt Lipkow.

Das Sparverhalten der Deutschen

Aufgrund dieser Entwicklung haben bereits viele Deutsche ihr Spar- und Anlageverhalten geändert. Mittlerweile besitzen 36 Prozent der deutschen Bevölkerung Aktien. Im Vergleich zum Jahr 2017 ist der Anteil somit um ganze 12 Prozentpunkte gestiegen. Vor allem bei den 35- bis 44-Jährigen ist der Anteil an Aktionären und Aktionärinnen deutlich angestiegen und liegt jetzt mit 44 Prozent am höchsten von allen Altersgruppen. Im Jahr 2017 lag der Anteil in dieser Gruppe noch bei 26 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative Studie „Aktienkultur in Deutschland“ von der Aktion pro Aktie.

Die Studie der Aktion pro Aktie und noch mehr spannende Fakten zur Aktienkultur in Deutschland gibt es hier.

Nichtsdestotrotz haben Sparer in den vergangenen 12 Monaten ca. 141 Milliarden Euro quasi unverzinst auf Giro-, Tages- oder Festgeldkonten oder in Spareinlagen angelegt, womit diese Form des Sparens immer noch die beliebteste bleibt. Ein solches Sparverhalten muss allerdings dringend überdacht werden: Nur wer in ein oder zwei Jahren größere Anschaffungen plane, solle kein Risiko eingehen und sein Geld auf Sparkonten liegen lassen. Wer aber sein Erspartes längerfristig anlegen und Vermögen aufbauen wolle, müsse einen Teil in Sachwerte investieren. Also zum Beispiel in Aktien.

Die Studie zeigt außerdem, dass ein Viertel der Bevölkerung eine Investition erwägen würde, wenn sie Aktien in überschaubaren Summen unter 100 Euro kaufen könnten. Dafür bieten sich Sparpläne auf Aktien, ETFs oder Fonds hervorragend an, über die man mit regelmäßigen kleinen Beträgen über die Zeit ein Vermögen aufbauen kann. Bei comdirect ist dies schon ab 25 Euro monatlich möglich.

Zum Vormerken:

Am 29. Oktober 2021 findet – auf Initiative der Aktion pro Aktie und der Börse Frankfurt – bereits zum 7. Mal der „Tag der Aktie“ statt. Zur Feier des Tages können an diesem Tag alle DAX-40-Aktien und ausgewählte DAX-ETFs bei comdirect ab einem Handelsvolumen von 1.000 Euro komplett entgeltfrei gekauft werden.